Bundesforum Lernort Bauernhof

Viele Kinder wissen heute nicht mehr, dass zahlreiche Lebensmittel, die sie täglich konsumieren, ihren Ursprung in der Landwirtschaft haben. Seitdem die Eigenproduktion der Nahrungsmittel - sogar auf dem Land - immer mehr aus dem Lebensalltag der Menschen entschwindet, haben nur wenige Kinder heute noch die Chance, direkte Einblicke in die Tierhaltung und die Produktion von Lebensmitteln zu erlangen.

Im schulischen Kontext wird Wissen über landwirtschaftliche Themenfelder meist nur sekundär vermittelt. Dem Bauernhof als außerschulischer Lernort kommt somit eine zunehmend große Bedeutung bei. Er ist ein lebendiger und handlungsorientierter Lernort, auf dem landwirtschaftliche Produktionsprozesse wieder erfahrbar gemacht werden können und Wissen aus erster Hand erworben wird. Lernen in und mit der Natur bindet Schülerinnen und Schüler aktiv in Lernprozesse ein.
Dadurch können neben dem theoretischen Wissenszuwachs auch zahlreiche praktische Kompetenzen im Sinne einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung erworben werden, welche die Schülerinnen und Schüler befähigen an einer nachhaltigen Gestaltung der Zukunft mitzuwirken.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) zielt darauf ab, heutige und künftige Generationen zu einem zukunftsfähigen Denken und Handeln zu befähigen. Im Mittelpunkt steht dabei der Erwerb von Gestaltungskompetenzen, welche die Lernenden mit Fähigkeiten und Fertigkeiten ausstatten Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung zu erkennen und Wissen über eine nachhaltige Entwicklung anwenden zu können.

Um dieses Vision in allen formalen, non-formalen und informellen Bildungsbereichen zu etablieren, hatten die Vereinten Nationen die UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ für die Jahre 2005 bis 2015 ausgerufen, die von 2015 bis 2019 in dem Weltaktionsprogramm der UNESCO fortgesetzt wurde. Heute findet sich Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Bildungsplänen, Richtlinien, Curricula und Leitbildern aller Schularten wieder.

Lernort Bauernhof als Ort einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Der Bauernhof ist ein geeigneter Lernort, um Bildung für Nachhaltige Entwicklung wirksam zu gestalten. Er stellt für die Schülerinnen und Schüler ein spannendes und authentisches Lernumfeld dar, wo vor allem handlungsorientiertes alltagspraktisches Wissen erworben und interdisziplinäre Erkenntnisse gewonnen werden.

Die zahlreichen Aufgaben, die von den Kindern bei einem Schulbesuch auf dem Bauernhof bewältigt werden sollen, stellen die Jungen und Mädchen vor neue Herausforderungen. Kreativität, eigenes Handeln, Entscheidungsfähigkeit und Durchhaltevermögen sind dabei besonders gefragt. Das Arbeiten im Team erfordert außerdem umfangreiche kommunikative Fähigkeiten, Kompromissbereitschaft, Einfühlvermögen und Empathie.
Das Arbeiten auf dem Hof und das aktive Mitwirken bei landwirtschaftlichen Prozessen lässt das Ergebnis des eigenen Handelns direkt sichtbar werden. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, was sie durch ihr eigenes Handeln bewirken können. Dadurch nehmen sie sich als selbstwirksam wahr. Neben den praktischen Tätigkeiten bietet der Bauernhof zahlreiche Möglichkeiten, gemeinsam über ökologische und gesellschaftliche Themenfelder ins Gespräch zu kommen. Neue Blickwinkel und Perspektiven werden dadurch eröffnet. Die erworbenen Kompetenzen befähigen die Schülerinnen und Schüler schließlich dazu, an einer aktiven Gestaltung einer nachhaltigen und lebensfähigen Zukunft mitzuwirken.

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