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(An-)Zeichen für Tierwohl

(An-)Zeichen für Tierwohl

Aktuelle Standards und Siegel

Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, wie die Tiere gehalten werden, deren Erzeugnisse sie essen. Und immer mehr Händler und Hersteller entdecken das Thema für sich – auch die Politik. Da kaum jemand direkt auf dem Hof bei dem Erzeuger einkauft und die Haltung selber anschauen kann, helfen Tierwohl- Siegel den Kunden im Supermarkt, Discounter und in der Metzgerei.

Was heißt Tierwohl?

Diese scheinbar einfache Frage ist sehr komplex, weil viele Faktoren das Tierwohl beeinflussen. Der Begriff definiert sich eher darüber, was Tierwohl nicht ist: kein Hunger und Durst, kein sonstiger Mangel, keine Angst und keine Schmerzen (z. B. durch Umgebung, Verletzungen, Krankheiten). Wichtig ist auch, dass die Tiere ihr arttypisches Verhalten ausleben können. Der Sprachgebrauch der „glücklichen“ Tiere ist nicht treffend, da Tiere kein Glück im eigentlichen Sinne empfinden.

Biologen, Agrarwissenschaftler, Tierärzte und andere Wissenschaftler forschen mit Hochdruck daran, die genauen Bedürfnisse der einzelnen Tierarten besser zu kennen und zuverlässige Indikatoren/Kriterien für Tierwohl zu entwickeln. Natürlich variieren die Ansprüche auch innerhalb einer Art, z. B. zwischen Jungtieren und älteren Tieren. Ziel aller Forschungen und Diskurse ist es, das Wohl nachvollziehbar zu verbessern und mögliches Leid zu verhindern.

Der Verbraucher fragt v. a. nach Platz, Auslauf, Beschäftigung und ähnlichen Aspekten der Haltungsformen. Auch die Betriebsgröße interessiert viele, nach aktuellen Erkenntnissen ist sie jedoch kein Faktor für bzw. gegen Tierwohl. Maßgeblich ist der Faktor Mensch: seine Erfahrung, sein Können und seine Umgangsweise mit Tieren. Damit Produkte von besonders engagierten Betrieben im Handel erkennbar sind, haben sich Initiativen gebildet, die ihre Produkte mit Siegeln kennzeichnen.

Die großen Siegel

Am Markt befinden sich immer mehr Siegel mit Aussagen zu Haltung, Transport und Schlachtung, sogenannte „Tierwohl-Label“. Sie alle gehen über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus, und zwar unterschiedlich weit.

Die Teilnahme der Erzeuger ist freiwillig und bedarf der Vorbereitung mit Anträgen, Nachweisen und Prüfungen, Umbauten und Fortbildungen usw. Sind die Erzeuger zertifiziert, bekommen sie – je nach Label – von ihrem Abnehmer, also dem Verarbeiter bzw. Händler, einen höheren Preis oder sie bekommen Geld aus einem Tierwohlfonds, in den Händler einen Fixbetrag pro Warenmenge einzahlen (z. B. 6,25 Cent pro kg Fleisch). Der Anteil von Tieren bzw. Betrieben in Tierwohlprogrammen wächst. Vermehrt finden sich Lebensmittel mit Siegel im Handel – abgepackt oder an der Frischtheke...

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