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Tierisch philosophisch

Ethische Ideen zum Umgang mit Tieren

Über das Verhältnis von Mensch und Tier – insbesondere die Nutzung und Haltung von Tieren – lässt sich viel und heiß diskutieren. Dort stoßen diverse Denkansätze und Argumente aufeinander. Sie haben einen ethischen, philosophischen und/oder ideologischen Hintergrund. Und selbst zwischen Engagierten für Tierschutz, Tierrechte und Tierbefreiung gibt es unterschiedliche Ansichten und Motivationen. Hier der Versuch einer Einordnung.

Engagement für Tiere

Viele Theorien beschäftigen sich mit der Mensch-Tier-Beziehung und damit, wie Menschen mit Tieren umgehen sollten. Teilweise wird die seit Jahrtausenden übliche Haltung von Nutz- und Haustieren und die Jagdkultur mit ihren Bräuchen als Ganzes infrage gestellt.

Traditionell stellt sich das Säugetier „Mensch“ über die Tiere, so auch in den meisten Religionen. Lange Zeit gelten Tiere als Sache – so auch bei Kant – und nur wenige Gelehrte (z. B. Darwin) sprechen sich für deren Aufwertung und Leidensfähigkeit bzw. Schonung aus.

Die ersten Ideen, Tieren (Grund-) Rechte zu geben, stammen aus linken Lagern Ende des 19. Jahrhunderts (z. B. Salt 1894 und Schwantje 1916). Heute reden TierrechtlerInnen in der großen Politik mit: Das zeigt sich z. B. im EU-Recht, wo das „Wohlergehen der Tiere“ im Grundsatz über die Verträge von Lissabon festgehalten und Tiere als „fühlende Wesen“ definiert sind.

Ziele der Tierrechtsbewegung

Die Tierrechtsbewegung ist ein Sammelbecken verschiedenster Strömungen, hauptsächlich getragen von Philosophen, Theologen, Soziologen, Psychologen und Juristen. Dabei geht es nicht nur um das Engagement gegen Tierqual und Tierversuche. Die wesentlichen praktischen Forderungen lauten: Tiere haben ein Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Einige Biologen bezweifeln jedoch, dass Tiere wirklich Glück empfinden können, wobei es Belege gibt, dass manche Tiere komplexe Gefühle wie Trauer und Mitgefühl empfinden können (Marc Bekoff, Jane Godall), die mit bestimmtem Verhalten und biochemischen Reaktionen einhergehen.

Dabei gehen die Forderungen der einzelnen Gruppen unterschiedlich weit. Manche besuchen z. B. keine Zoos, tragen keine Lederschuhe und propagieren die weltweite Einführung des Veganismus. „Hardliner“ fordern sämtliche Nutzung und Haltung von Tieren abzuschaffen (Abolitionismus), denn diese tangiere und verletze immer deren vermutete Rechte. Die Durchsetzung von Tierrechten würde auch bedeuten, dass z. B. die Ausbildung von Blinden- und Spürhunden (z. B. zum Auffinden von Lawinenopfern) nicht mehr möglich wäre. Denn laut des Tierrechtsphilosophen Klaus Petrus kommt deren Ausbildung einer Versklavung gleich. Manche schrecken sogar nicht vor Straftaten wie Einbrüchen in Ställe und Tierhandlungen zurück, um ihre Ziele zu verfolgen, und legitimieren diese als „zivilen Ungehorsam“.

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