information.medien.agrar e.V.

Das Lehrermagazin

Was Holz alles kann

Was Holz alles kann

Holzarten und Werkstoffe

Treppen, Möbel und Kochlöel – Holz ist ein vielseitiger und nachhaltiger Werksto. Doch nicht jede Art eignet sich für jeden Einsatz. Was macht manche Hölzer robuster und andere biegsamer?

HOLZ IST NICHT GLEICH HOLZ

Holz ist ein Naturprodukt. Aus botanischer Sicht handelt es sich um das harte Gewebe der Sprossachsen unserer Bäume und Sträucher. Je nach Baumart ergeben sich typische Muster aus der mehr oder weniger ausgeprägten Holzmaserung und der Struktur der Jahresringe. Die natürliche Färbung des Holzes reicht von fast weißlich über gelblich bis zu rotbraun. Die Farbe variiert von Art zu Art und teilweise auch innerhalb eines Baumstammes zwischen der Mitte (Kern) und weiteren Schichten (Splint). Hinzu kommen mögliche Harzeinschlüsse und Astansätze am Stamm. So sieht jedes Stück Holz etwas anders aus.

Außerdem unterscheiden sich die Holzarten in technisch relevanten Eigenschaften wie Härte und Dichte. Zu den Harthölzern gehören Laubbäume wie Eiche, Buche und Hainbuche. Nadelbäume, z. B. Kiefer und Fichte, bilden eher ein weiches Holz. Es gibt aber auch weiche Laubhölzer, z. B. Weide, Pappel und Erle. Die Festigkeit variiert je nach den Bedingungen, unter denen der Baum wächst.

LEBENDES MATERIAL

Das uns vertraute Nutzholz ist das Holz des Stammes, dem tragenden Teil des Baumes. Der dient dem Baum für den Transport von Nährstoen und Wasser aus den Wurzeln über die Leitungsbahnen bis hoch zu den Ästen und Blättern. Nach dem Lagern und Trocknen enthält das Holz noch ca. 15 Prozent Wasser. Das Holz der Wurzeln oder der Äste wird seltener genutzt.

Während des Wachstums bildet der Stamm neue Holzfasern und Gefäße. Vor knapp 20 Jahren haben Forscher ein Gen in bestimmten Baumarten entdeckt, das für die Bildung von einem speziellen Sto, dem Lignin, im Baum sorgt und dadurch den Harthölzern die Festigkeit gibt. Außerdem entwickelt ein Baum eher dichtes und hartes, festes und schweres Holz, wenn er langsam wächst, z. B. von Natur aus oder an eher ungünstigen Standorten. Der Anteil an Fasern ist dann größer, die Gefäße liegen enger beisammen. Durch die geringen jährlichen Zuwächse liegen die Jahresringe dichter beieinander. Der Einfluss des Standortes ist immens: Eine Birke in Mitteleuropa bildet weiches Holz ohne besonderen Wert, aber in Finnland gedeiht die Birke als Hartholz. Solche Bäume sind weniger anfällig gegenüber Wind und Wetter und Fraßschäden, ihr Holz ist stärker mechanisch belastbar – allerdings lässt es sich auch schwerer bearbeiten.

Die Qualität des Holzes hängt zudem von seinen weiteren Inhaltsstoen ab. Gerbsäuren wie in Eichen und Robinien sowie Harze und Terpentine in Nadelhölzern schützen die Bäume vor schädlichen Pilzen und Insekten. Sie bestimmen die sogenannte Dauerhaftigkeit des Holzes. Einige weiche Hölzer wie Lärche oder Douglasie sind wegen ihrer wirksamen Inhaltsstoe viel dauerhafter als manche Harthölzer, z. B. als Buchen und Eschen.

Kontakt aufnehmen

  • i.m.a - information.medien.agrar e.V.
  • Wilhelmsaue 37, 10713 Berlin
  • Telefon: 030 8105602-0
  • Fax: 030 8105602-215