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Mit den Wäldern um die Welt Beliebt

Mit den Wäldern um die Welt

Vielfalt nachhaltig nutzen

Derzeit wächst auf weltweit 4 Mrd. Hektar bzw. auf einem Drittel der Landmasse Wald. Die Wälder der Erde sind ganz unterschiedlich. Deren nachhaltige Nutzung schützt auf viele Arten die Umwelt und sichert die Versorgung der Menschen mit Nahrung und Rohstoffen.

JEDER WALD IST ANDERS

Wälder sind mit ihren Stockwerken und ihrer Artenvielfalt sowie ihrem Sto- kreislauf dazwischen komplexe Ökosysteme. Je nach Vegetationszone unterscheidet man vier Waldökotypen, wobei ganz unterschiedliche Arten von Laub- und Nadelbäumen sowie Begleitpflanzen vorherrschen. Wie der ursprüngliche Wald aussieht, hängt maßgeblich von Temperatur, Niederschlägen, Höhenlage, geografischer Breite und Bodenart ab – natürlich sind die Übergänge fließend.

Im Gegenzug beeinflusst der Wald das Klima, auch überregional. Intakte Wälder erfüllen zahlreiche Funktionen. Die Urwälder gelten als die „Lungen der Erde“, weil sie Kohlenstodioxid binden und Sauersto freisetzen. Sie verdunsten auch Wasser. Wälder regeln maßgeblich den Wasserhaushalt vor Ort und global, sie liefern Rohstoe, Nahrung und Lebensraum.

VERTEILUNG DER WÄLDER

Wo Natur (v. a. Niederschläge) und Mensch es zulassen, wächst Wald. Viele Landstriche waren bewaldet, bevor der Mensch eine Kulturlandschaft mit Siedlungen und Ackerflächen anlegte. Und täglich schwinden die Wälder für weitere Bauprojekte, Palmöl- und Sojaplantagen. Die größten Waldflächen liegen heute in Russland, Brasilien und Kanada. Etwa 60 Prozent aller globalen Waldflächen gelten als „naturnah“. Etwa ein Drittel der Flächen sind noch Urwald und vor allem in den Tropen zu finden. Die größten Urwälder Europas liegen in der Ukraine.

Die übrigen Waldflächen sind Plantagen, denn der Mensch pflanzt auch Wälder: Lange Zeit wurden artenarme Forstkulturen angelegt – heute setzt man vermehrt auf Mischwälder. Die Neupflanzungen und Maßnahmen zur Auorstung (v. a. boreal und gemäßigt) können jedoch nicht die immensen Waldverluste (v. a. in den Tropen) ausgleichen. Trauriger Rekordhalter ist Brasilien.

WIRTSCHAFTEN MIT DEM WALD

Die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) hat 2018 wieder bekräftigt: Für eine nachhaltige globale Entwicklung kann und sollte der Mensch nicht auf die Nutzung des Waldes verzichten. Entscheidend ist, wie die Menschheit die Wälder nutzt, nämlich ohne bleibende Schäden. Ein wichtiger Faktor ist die Wirtschafts- und Umweltpolitik der Länder sowie die Weiterbildung aller Beteiligten. Außerdem sollte das geschlagene Holz ezienter genutzt werden. Dazu gehört z. B. auch, die derzeitige Papierrecycling-Rate (über 50 Prozent) weiter zu steigern.

Als zentrales Werkzeug sieht die FAO Zertifizierungsprogramme für Waldflächen mit Standards für eine nachhaltige Forstwirtschaft: Etabliert sind die Systeme PEFC and FSC, die 1999 bzw. 1993 gegründet wurden. Von 2000 bis 2016 wuchs die zertifizierte Fläche von 14 auf 505 Mio. Hektar, wobei ca. 70 Mio. Hektar beide Standards erfüllen. Die Zertifizierung ist zwar freiwillig, aber am internationalen Markt zunehmend gewünscht, was die Erzeuger zur Teilnahme und Umsetzung der Vorgaben motiviert. Mittlerweile tragen auf dem globalen Holzmarkt 40 Prozent der Rundhölzer (= rohe Stämme ohne Äste) eines der beiden Siegel ...

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