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AgriLexikon

Lexikon für Begriffe aus der Landwirtschaft
Es wurden 864 Einträge gefunden.
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Begriff Definition
Saftfutter
Futtermittel mit relativ hohem Wassergehalt (Gras frische Rüben Silage). Auch bei der Silage handelt es sich um Saftfutter weil sie im Gegensatz zu Heu einen relativ hohen Wassergehalt hat.
Siehe auch Raufutter.
Synonyme - Saftfutter
Säen
siehe Aussaat
Synonyme - Säen
Saatstärke
Ausgebrachte Saatmenge in kg/ha oder auch in Saatkörnern pro m² ausgedrückt.
Synonyme - Saatstärke
Saatgut
Trockene ruhende und fortpflanzungsfähige Organe/Teile von Pflanzen wie Samen Früchte Scheinfrüchte Fruchtstände oder Teile davon.
Die  Qualität des Saatgutes ist für eine gute Ernte besonders wichtig. Um beste Qualität zu erreichen werden neue Sorten in einem gründlichen und langwierigen Verfahren vom Bundessortenamt in Hannover geprüft und bei Einhaltung gesetzlich vorgegebener Kriterien zugelassen. Sie genießen dann gegen unbefugten Nachbau Schutz (Sortenschutz).
Links: Bundessortenamt
Synonyme - Saatgut
Saat
siehe Aussaat
Synonyme - Saat
Rupfen
Entfernung der Federn vom Geflügelschlachtkörper. Früher wurden die Federn von Hand ausgerupft heute gibt es dafür Maschinen sogenannte Rupfmaschinen.
Synonyme - Rupfen
Rübenvollernter
Maschine zur Ernte von Zuckerrüben. Zunächst gab es einfachere  von einem Traktor gezogene Maschinen die nur wenige Arbeitsgänge erledigen konnten. Heute werden selbstfahrende Vollernter in Deutschland auf über 75 % der Anbauflächen eingesetzt. Meist werden dabei 6 Reihen gleichzeitig gerodet. So können unter günstigen Bedingungen in der Stunde 2 ha geerntet werden.
Vom Rübenvollernter werden von den noch in der Erde steckenden Rüben zunächst die Köpfe oder Blätter abgeschnitten. Sodann werden sie mit Scharen aus der Erde gehoben und über Siebbänder und Walzen gereinigt . Anschließend werden die Rüben in einem Bunker gesammelt oder gleich auf einen Wagen geladen. Die Blätter werden als Futter oder gehäckselt als Dünger verwendet. 
Synonyme - Rübenvollernter
Rüben
Pflanzengattung zu der außer Zuckerrübe und Futterrübe auch Rettich Rote Rübe Speiserübe Kohlrübe und Wurzelpetersilie gehören. Typisch ist die verdickte Wurzel die als Nahrung genutzt bzw. bei der Zuckerrüber zur Zuckerherstellung verwendet wird.
Synonyme - Rübe
Rotklee
Kleeartige Futterpflanze auch Wiesenklee genannt die im Gemisch oder in Reinsaat angebaut wird. (Siehe auch Leguminosen.). Sie ist vom Weißklee zu unterscheiden.
Synonyme - Rotklee
Rotationsbrache
Bei Rotationsbrache werden Flächen abwechselnd ('rotierend') vorübergehend nicht genutzt. Siehe auch Brache.
Synonyme - Rotationsbrache
Rohstoffe
Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die bis auf die Lösung aus ihrer natürlichen Quelle noch keine Bearbeitung erfahren haben. Sie werden aufgrund ihres Gebrauchswertes aus der Natur gewonnen und entweder direkt konsumiert oder als Arbeitsmittel und Ausgangsmaterialien für weitere Verarbeitungsstufen in der Produktion verwendet.
Synonyme - Rohstoff
Roggen
Roggen gehört zu der Familie der Gräser (Poaceae). Er kann 1 5 bis 2 m hoch werden. Der Halm ist rundlich und von der Gesamterscheinung wirkt die Pflanze blau bis graugrün.
Synonyme - Roggen
Rinderrassen
wurden ursprünglich nach den Stammrassen nach dem geographischen Ursprung nach der Ähnlichkeit der äußeren Gestalt oder auch nach der Farbe zugeordnet. Heute werden die Tiere nach ihrer Nutzungsrichtung zusammengefasst. Im europäischen Raum herrschen derzeit die Zweinutzungsrassen - Milch und Fleisch - vor wobei aber beträchtliche Unterschiede zwischen diesen Rassen bestehen. Die Schwarzbunte Rasse entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zur bedeutendsten Rinderrasse im europäischen Raum aber auch das Fleckvieh zählt zu den stark verbreiteten Rassen. Regional große Bedeutung haben auch Rassen wie Rotbunte Braunvieh und Gelbvieh.
Wegen der Nachfrage nach zartem Fleisch haben reine Fleischrinder wie Angus Limousin und Charolais eine steigende Bedeutung. Siehe auch Rindermast.
Synonyme - Rinderrasse
Rinderpass
Wird für Rinder ausgestellt die nach dem 1. Januar 1998 in Deutschland geboren und für Rinder die aus einem Drittland eingeführt wurden. Im Rinderpass sind der Name und die Anschrift des Erzeugerbetriebes die Ohrmarken sowie das Geburtsdatum das Geschlecht die Rasse und die Ohrmarkennummer des Muttertieres verzeichnet. Bei Tieren aus Drittländern muss das entsprechende Geburtsland ergänzt werden. Voraussetzung und Ziel für die Ausstellung des Rinderpasses ist die unverwechselbare Kennzeichnung der Rinder. Siehe auch BSE.
Synonyme - Rinderpass
Rindermast
Mast von männlichen weiblichen und kastrierten Rindern. In der Praxis werden meist nur Jungtiere - meist bis zum Alter von 18 bis 24 Monaten -  gemästet da vor allem zartes Fleisch mit geringem Fettanteil nachgefragt wird.
Angus Limousin und Charolais sind Fleischrassen die wegen ihres besonders guten und zarten Fleisches - meist auf Weiden - gehalten werden. Auch sie werden meist mit 18 bis 24 Monaten - oft jedoch auch früher - geschlachtet.
Synonyme - Rindermast
Rindermagen
Siehe Verdauungstrakt Kuh.
Synonyme - Rindermagen
Rind
Vorfahren
Bisher wurde angenommen dass das europäische Hausrind  von einem mächtigen Wildrind mit einer Schulterhöhe von bis zu 1 80 Meter abstammt dem Ur- bzw. Auerochsen. Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin dass die Vorfahren unserer Rinder aus Anatolien stammen und um 8.000 v. Chr.  nach Mitteleuropa kamen wo unterschiedliche Rassen gezüchtet wurden. Das Hausrind wurde über Jahrtausende als Nutz- und Arbeitstier gehalten. Es versorgte den Menschen mit Milch  Fleisch und auch Leder. Mit seiner Zugkraft diente es für eine Vielzahl von Arbeiten wie dem Pflügen oder dem Ziehen von Wagen. 
Rinder-Rassen
Weltweit werden etwa 450 Rassen unterschieden. Zu den bekanntesten Rinderrassen für Milchvieh in Deutschland zählen Schwarz- und Rotbunte Fleckvieh und Braunvieh. Reine Fleischrinder die hier gehalten werden sind z.B. Angus und Charolais. Die Rinderhaltung ist in vielen Regionen Deutschlands der wichtigste landwirtschaftliche Betriebszweig. 
Beide Geschlechter der Rinder tragen meist Hörner. Sie sind z.T. schon 'weggezüchtet' worden werden aber  auch entfernt damit es zu keinen Verletzungen kommt.
Biologie
Rinder gehören zu den Wiederkäuern. Sie haben einen mehrteiligen Magen der aus drei Vormägen (Pansen Netzmagen und Blättermagen) sowie dem eigentlichen Magen dem so genannten Labmagen besteht. Die mit Hilfe von Bakterien im Pansen vorverdaute Nahrung wird vom Netzmagen  entweder in den Blättermagen geschoben oder hochgewürgt und  gründlich gekaut – das so genannte Wiederkäuen.
Ein weibliches Rind trägt seinen Nachwuchs neun Monate und neun Tage aus. Damit der Milchfluss nicht stoppt muss eine Kuh jährlich ein weiteres Kalb zur Welt bringen. Eine Kuh hat eine natürliche Lebenserwartung von 20 Jahren.
Eine Kuh wiegt meist zwischen 600 und 700 kg leichtere Rassen (z.B. Jersey)  350 kg Kälber (z.B. schwarz-bunte) 35 bis 45 kg.
Haltung
Der Boxenlaufstall (vgl. auch Liegeboxen) ist die moderne Form des Rinderstalles. Die folgenden Bilder zeigen ihn. Hier können sich die Tiere frei bewegen und selbstständig verschiedene Bereiche besuchen um zu fressen zu liegen oder gemolken zu werden. Damit Tiere und Stall relativ sauber bleiben verfügt der Stall über kleine Spalten im Boden der Laufgänge. Kot und Urin können so in einem Kanal gesammelt werden. Diese Stallform ermöglicht eine tiergerechte Haltung. Neben der Haltung muss aber auch das Futter optimal auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt sein. In erster Linie ernährt sich das Rind von Gräsern Kräutern oder anderen Pflanzen wie z.B. Mais. Dies wird frisch getrocknet oder als Silage konserviert an das Rind verfüttert. Ergänzt wird dieses so genannte Grundfutter durch Eiweißfutter wie Sojaschrot und Mineralstoffe. Selbstverständlich werden Rinder auch mit ausreichend Wasser sowie Salz-Lecksteinen versorgt. 
In den letzten Jahren hat es immer wieder Rekorde bei den Milchleistungen vieler Milchkühe gegeben. Zum Teil wurden mehr als 1.000 Liter pro Jahr bei einer Kuh gemolken. Jetzt gibt es eine Diskussion ob geringere Leistungen  nicht dem Tierwohl dienen Kosten sparen und wirtschaftlicher wären weil Hochleistungskühe  wesentlich weniger Laktationsperioden gesund überstehen.
Es gab 2013 12 59  Millionen Rinder in Deutschland darunter 4 22 Millionen Milchkühe.  Davon  leben über 72 Prozent in modernen Laufställen sind aber oft auch auf der Weide.
Die Tendenz geht zu immer größeren Beständen. 2013 hatten in Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt jeweils über 55 % der Betriebe Milchviehbestände von über 100 Stück.
Informationsmaterial: 3-Min-Information zum Rind des i.m.a e.V.
Synonyme - Rind
Richtpreis
Früheres Marktinstrument der Europäischen Union (EU). Der Richtpreis hat nur noch für Zucker und Milch gewissermaßen als Zielpreis eine Bedeutung. Er wird vom EU-Ministerrat jährlich neu festgelegt. Siehe auch GAP Gemeinsame Agrarpolitik.
Synonyme - Richtpreis
Ressource
Eine Ressource (französisch la ressource, deutsch‚ Mittel, Quelle‘ von lateinisch resurgere ‚hervorquellen‘) ist Mittel, Gegebenheit wie auch Merkmal bzw. Eigenschaft, um Ziele zu verfolgen, Anforderungen zu bewältigen, spezifische Handlungen zu tätigen oder einen Vorgang zielgerecht ablaufen zu lassen.
Synonyme - Mittel,Ressourcen
Resistenz
Unempfindlichkeit gegen Krankheitserreger oder Schadstoffe.
Pflanzen und Tiere können gegen bestimmte Krankheitserreger oder Schadstoffe resistent sein oder werden. Aber auch Schadorganismen z.B. Insekten Milben oder Mikroorganismen können  gegenüber bestimmten Schädlingsbekämpfungsmitteln resistent sein oder werden. Resistenz kann erworben  erworbene oder entwickelte Resistenz vererbt werden. Die Schaffung resistenter Rassen oder Sorten durch Mutation oder Kreuzung und fortgesetzte Auslese ist eines der Hauptziele der Züchtung.
Da Schädlinge gegen Schädlingsbekämpfungsmittel nach einiger Zeit „immun“ werden weil die Exemplare die das Mittel überlebt haben sich fortpflanzen und die Resistenz vererben müssen ständig neuartige Substanzen zur Bekämpfung entwickelt werden. In jüngster Zeit werden auch gentechnisch veränderte  Pflanzen produziert die gegen Schädlinge oder bestimmte Schädlingsbekämpfungsmittel resistent sind (Gentechnik).
Synonyme - Resistenz

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