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Welthandelsorganisation (WTO World Trade Organization)

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Begriff Definition
Welthandelsorganisation (WTO World Trade Organization)
1995 wurde das 1947 geschlossene allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT) in ein Forum für ständige Verhandlungen über alle handelspolitisch relevanten Fragen die Welthandelsorganisation (WTO) umgewandelt. 23 Staaten gründeten das GATT. Die WTO hat heute 161 Mitglieder. Die Mitglieder bestreiten über 90 % des Welthandels.
Hauptziel ist der internationale Freihandel.
Die WTO hat ihren Sitz in Genf und soll für die Durchführung und Weiterentwicklung des Vertragswerkes sorgen. Dazu gehört unter anderem Überprüfung der Handelspolitik Streitschlichtungsverfahren Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen insbesondere mit dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Auch handelsrelevante Fragen im Zusammenhang mit Umweltproblemen werden in Genf behandelt. Deregulierung Privatisierung Gleichbehandlung Kooperation und Berücksichtigung gegenseitiger Interessen sind auch Ziele. Nicht zuletzt greift die WTO in den Weltmarkt für Agrarprodukte ein.
Dazu gab es von 1986 bis 1994 die sogenannte Uruguay-Runde mit dem Ziel Zölle mengenmäßige Handelsbeschränkungen und Diskriminierungen im internationalen Handel abzubauen nationale Vorschriften über Subventionen Antidumping und technische Handelshemmnisse die zur Verfälschung des internationalen Wettbewerbs führen könnten zu verhindern. 1999 und 2003 gab es Verhandlungen in Seattle und Cancun. Eine Handelsrunde begann 2001 in Doha. Im Dezember 2005 ist die Handelskonferenz in Hongkong nach harten Verhandlungen mit einem Kompromiss zu Ende gegangen.
Die EU hat danach nur bis 2013  noch Agrar-Exportsubventionen in Höhe von drei Milliarden Euro geleistet. Zunächst war in den Verhandlungen das Jahr 2010 gewünscht worden was die EU ablehnte weil die europäische Agrarreform bis 2013 lief. Die EU war erst zu einem Kompromiss bereit nachdem die USA zugesichert hatte Exportkredite für Farmer zu begrenzen und die Nahrungsmittelhilfe an arme Länder zu beschränken.
Mit der GAP kommt die EU den Bestrebungen in der WTO sehr entgegen den Entwicklungsländern den Zugang zu den europäischen Märkten für Agrarprodukte zu erleichtern. Durch die Entkoppelung werden handelsverzerrende Stützungen der Agrarpreise abgebaut. Seit 2000 haben außerdem die AKP-Staaten für praktisch alle Produkte freien Zugang zum Markt der EU. Auch für die Gruppe der 49 ärmsten Länder der Erde gewährt die EU seit 2001 wichtige Handelsvorteile.
Die Arbeit der WTO als reiner Handelsorganisation wird  heute aus ökonomischer und gesellschaftspolitischer Sicht  immer schwieriger. Auch ist es ein Problem  Handelsfragen ohne Berücksichtigung ökologischer Entwicklungen zu sehen. 
Die 161 Teilnehmerstaaten der Welthandelskonferenz haben sich - unerwartet - in der Sitzung  auf Bali  Ende 2013 auf das erste große Abkommen zur Liberalisierung des globalen Handels seit fast 20 Jahren verständigt. Dazu gehört ein Subventionsabbau im Agrarhandel sowie Verbesserungen für Entwicklungsländer. Im Sommer 2014 blockierte Indien die Realisierung.Im November 2014 wurde allerdings ein Handelsabkommen mit den 161 Mitgliedsstaaten abgeschlossen.
Experten gehen davon aus dass die Umsetzung des Bali-Paketes einen weltweiten Wachstumsschub im Umfang von bis einer Billion Dollar ermöglichen kann. Ob und wann die Umsetzung erfolgt ist weiterhin - vor allem durch die Blockade Indiens - nicht sicher.
Auch die Sanktionen gegen Rußland wegen der Anexion der Krim zeigen Auswirkungen.
Synonyme: WTO

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