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AgriLexikon

Lexikon für Begriffe aus der Landwirtschaft
Es wurden 37 Einträge gefunden.
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Begriff Definition
Dammfräsen
Eine Maßnahme beim Anbau von Kartoffeln. Um die Ausbildung der Kartoffelknollen in lockerer klutenfreier und gut erwärmter Erde zu fördern und gleichzeitig auch die Ernte zu erleichtern werden auf Kartoffelfeldern ca. 20 -30 cm hohe Dämme angelegt in die dann die Pflanzkartoffeln gesetzt werden. Diese haben einen Abstand von jeweils 75 cm. Während des Wachstums werden die Dämme dann ein- oder mehrfach mit Fräsen oder Häufelgeräten nachgeformt.
Synonyme - Dammfräsen
Dasselfliegen
Hummelähnliche Insekten deren Larven vor allem Rinder Schafe und Pferde befallen. Jeder Tierhalter ist verpflichtet bei seinen Tieren auftretenden Befall zu bekämpfen.
Synonyme - Dasselfliegen
Dauerbrache
siehe Brache
Synonyme - Dauerbrache
Dauergrünland
siehe Grünland
Synonyme - Dauergrünland
Dauerkultur
Pflanzenbestände die über mehrere Jahre genutzt werden. Dazu gehören Obst- und Rebanlagen Hopfengärten mehrjährige Beerenanlagen Spargel- und Korbweidenfelder. Dauerkulturen stehen fast immer auf besonderen Standorten.
Synonyme - Dauerkultur
Dauerkulturbetrieb
siehe Betriebsform
Synonyme - Dauerkulturbetrieb
Decken
bezeichnet das Einbringen männlicher Spermien in das Innere des weiblichen Tieres wo dann die Besamung stattfindet. (siehe auch Belegen Natursprung künstliche Besamung).
Synonyme - Decken
Deckfrucht
Eine Hauptfrucht (Deckfrucht) z.B. Getreide unter der eine weitere Frucht (Untersaat) gesät wird.
So wird z.B. häufig Klee in ('unter') den bereits wachsenden Winterroggen gesät. Dies bietet den Vorteil dass nach der Ernte der Deckfrucht weiterhin eine gut ausgebildete Vegetationsdecke vorhanden ist. Der Boden ist so in feuchten Jahren tragfähiger und weniger anfällig für Verdichtung. Darüber hinaus wird durch Klee als Leguminose Luftstickstoff gebunden und dem Boden zugeführt. Die Untersaat kann außerdem als Viehfutter genutzt werden und dient in hängigen Lagen als Erosionsschutz.
Synonyme - Deckfrucht
Deckleistung
Anzahl der Deckakte eines männlichen Haustieres. So kann ein Jungeber (ca. 1 1/2 Jahre) 2-3 Sauen pro Woche decken ein älterer Eber (über 1 1/2 Jahre) etwa 3-5 Sauen pro Woche.
Synonyme - Deckleistung
Deckungsbeitrag
Anteil am Betriebsergebnis pro Jahr durch jedes einzelne Produkt. 
Mit zunehmender Spezialisierung wird stärker mit dem Deckungsbeitrag für jedes Produkt in der Kostenrechnung gearbeitet um die Rentabilität bestimmter Zweige eines Betriebes festzustellen.
Synonyme - Deckungsbeitrag
Deckzentrum
Das Deckzentrum ist ein besonderer Bereich innerhalb des Schweinestalles in dem die Sauen besamt/belegt werden (siehe auch Decken Belegen).
Synonyme - Deckzentrum
Denitrifizierung
Ist die Umwandlung (Reduktion) des Pflanzennährstoffs Nitrat (NO3) durch Mikroorganismen im Boden zu gasförmigen Stickoxiden oder Stickstoff die den Pflanzen verloren gehen weil sie gasförmig sind. 
Die Denitrifizierung wird durch Staunässe und bei Sauerstoffarmut im Boden gefördert. Es handelt sich dabei um einen natürlichen Vorgang; dadurch bedingte Stickstoffverluste aus dem Ackerboden sind also nicht vollständig vermeidbar.
Synonyme - Denitrifizierung
Desinfektion
Von Desinfektion spricht man bei einer Keimreduktion um mindestens 100.000 das heißt dass von ursprünglich 100.000 vermehrungsfähigen Keimen nicht mehr als Einer überlebt. Ziel ist die Vermeidung der Übertragung von Krankheitserregern (insbesondere Bakterien und Viren). Strengere Vorschriften gelten für die Sterilisation.
Synonyme - Desinfektion
Deutsche Landjugend (BDL)
Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) wurde 1949 als selbstständige Jugendorganisation des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gegründet. Er hat das Ziel die Lebenssituation Jugendlicher die auf dem Lande leben zu verbessern. Zum Programm gehören auch Angebote zur beruflichen politischen und kulturellen Weiterbildung.

Link
http://bdl.landjugend.info/
Synonyme - BDL
Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)
Fachvereinigung mit dem Ziel die gesamte deutsche Landwirtschaft z.B. durch Ausstellungen Vortrags- und Arbeitstagungen Lehrfahrten Prüfung und Prämierung von Erzeugnissen und Betriebsmitteln zu fördern.
Die etwa 24.000 Mitglieder der DLG (Landwirte Wissenschaftler landwirtschaftliche Führungskräfte) versuchen den Leistungsstand der Landwirtschaft zu steigern. Die regelmäßigen DLG-Ausstellungen wie „Euro-Tier“ oder „Agritechnica“ sind Spiegelbild der neuesten Entwicklungen in der Tier- und Pflanzenproduktion sowie der Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung. Besonders bekannt sind die DLG-Gütezeichen wie zum Beispiel das DLG-Weinsiegel. Die DLG testet jährlich über 27.000 Produkte.
Max Eyth ergriff 1885 die Initiative zur Gründung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. 1934 wurde sie dem Reichsnährstand eingegliedert und 1947 neu gegründet.
Siehe auch Überblick.

Link
http://www.dlg.org/de/index.html
Synonyme - DLG
Deutscher Bauernverband (DBV)
Der DBV ist der freiwillige Zusammenschluss von 18 Landesbauernverbänden mit 375 Kreisverbänden Landjugend Deutschem Raiffeisenverband und Bundesverband  landwirtschaftliche Fachbildung als ordentliche Mitglieder. Hinzu kommen zur Zeit 45 Verbände und Institutionen der Agrarwirtschaft als assoziierte Mitglieder.
Der DBV hat als berufsständische Vertretung die Aufgabe die agrar- wirtschafts- rechts- steuer- sozial- bildungs- und gesellschaftspolitischen Interessen der Land- und Forstwirtschaft wahrzunehmen. Er hat den Auftrag die Forderungen seiner Mitglieder gegenüber allen staatlichen Institutionen Politik und Parteien gesellschaftlichen Gruppen anderen Wirtschaftsverbänden und der Öffentlichkeit zu vertreten. Da etwa 90 % der praktischen Landwirte über die Landesbauernverbände im DBV organisiert sind ist er als die Interessenvertretung der gesamten deutschen Landwirtschaft anzusehen.
Der DBV hat seinen Sitz in Berlin und eine Geschäftsstelle in Brüssel.
Siehe auch Überblick.

Link
http://www.bauernverband.de/
Synonyme - DBV
Deutscher LandFrauenverband (DLV)
Der DLV nimmt die Interessen der Frauen im ländlichen Raum in wirtschafts- sozial- bildungs- und gesellschaftspolitischen Fragen wahr. Besonders geht es dabei um die Vertretung der berufsständischen Interessen der Frauen und ihrer Familien in der Landwirtschaft aber auch der Interessen aller im ländlichen Raum lebenden Frauen. Schwerpunkt ist die Erwachsenenbildung. Der DLV vertritt außerdem die Interessen der Mitglieder bei gesetzgebenden Körperschaften Verwaltungsbehörden berufsständischen Organisationen im Agrarbereich sowie bei Frauenverbänden im In- und Ausland.
Der DLV hat 22 Landesverbände 430 Kreisverbände und 12.000 Ortsverbände mit etwa 500.000 Mitgliedern.

Link: http://www.landfrauen-intern2.de/
Synonyme - DLV
Deutscher Raiffeisenverband (DRV)
Aufgaben des DRV sind zusammen mit den Regionalverbänden und den regionalen Zentralen Förderung Betreuung und Vertretung der ländlichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften.
Besondere Bedeutung kommt der Interessenvertretung in wirtschafts- rechts- steuer- und umweltpolitischen Fragen auf nationaler und internationaler Ebene zu besonders auf marktpolitischem Gebiet in der Europäischen Union (EU).
Nach den Notjahren 1846/47 bemühte sich Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818 bis 1888) um die Gründung landwirtschaftlicher Genossenschaften.
Es entstanden nach und nach
  • Warengenossenschaften
  • Bezugs- und Absatzgenossenschaften
  • Kreditgenossenschaften
  • Molkereigenossenschaften
  • Vieh- und Fleischgenossenschaften
  • Winzergenossenschaften
  • Obst- Gemüse- und Gartenbaugenossenschaften.
Der Deutsche Raiffeisenverband gehört seit 1971 dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) ebenso an wie der Deutsche Genossenschaftsverband (Schulze-Delitzsch) und der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Dem Dachverband obliegt u.a. die Prüfung der ihm angeschlossenen Zentralen und Verbände sowie die Aus- und Fortbildung des genossenschaftlichen Nachwuchses.
Der DRV hat 2.385 Mitgliedsunternehmen mit etwa 100.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Der jährliche Umsatz beträgt 67 5 Milliarden Euro

Link: http://www.raiffeisen.de/
Synonyme - DRV
Dezitonne
1dt = 100kg = 1/10 t
vgl. Maßeinheiten
Synonyme - dt
Dinkel
Merkmale
Dinkel gehört zur Familie der Gräser (Poaceae). Die Pflanze wird 0 6 bis 1 5 m hoch. Die vierkantige Ähren sind sehr druckempfindlich und zerfallen beim Dreschen leicht.
Herkunft
Das Ursprungsgebiet des Dinkels ist Vorderasien und Nordafrika. Bereits seit der jüngeren Steinzeit (5.000 v. Chr.) wird er in Europa angebaut und kam 1.700 v. Chr. in die Deutschschweiz. Ab dem späten Mittelalter war Dinkel ein wichtiges Handelsgetreide. Auswanderer wie z.B. die Pilgerväter nahmen Dinkel als haltbare Frucht mit auf ihre Seereisen. Daher ist diese Getreideart heute weltweit verbreitet. Bis etwa 1900 war Dinkel in vielen Regionen Deutschlands eine wichtige Kulturpflanze danach ging der Anbau stark zurück. Erst in jüngster Zeit gewinnt der Dinkel der auch Spelz oder Schwabenkorn genannt wird wieder an Bedeutung. Im biologischen Ackerbau spielt er besonders in Südwestdeutschland eine bedeutende Rolle.
Anbau
Gegenüber dem Weizen ist Dinkel  weniger anspruchsvoll und kann auch auf flachgründigen Böden angebaut werden. Die Saatzeit liegt je nach Region etwa eine Woche vor dem Winterweizen. Die  Saatstärke beträgt 250 bis 400 bespelzte Körner pro Quadratmeter. Bedingt durch seine langen Halme die leicht knicken neigt er zum Lagern. Durch Stickstoffdüngung werden keine nennenswerten Ertragsteigerungen erzielt. Pro ha werden meist etwa 60 dt geerntet. Dinkel ist robust winterhart resistent gegen eine Vielzahl von Krankheiten und kann mehrere Jahre auf derselben Fläche angebaut werden (Selbstverträglichkeit). Seine hohe Spindelbrüchigkeit bedingt jedoch hohe Kornverluste schon auf dem Feld. Um die Körner nach dem Drusch weiterverarbeiten zu können müssen diese erst von den festsitzenden Spelzen befreit werden. Diesen zusätzlichen Arbeitschritt nennt man Gerbgang. All dies waren vermutlich die Gründe warum Dinkel in Deutschland um 1900 durch den Brot- oder Saatweizen (Triticun Aestivum) verdrängt wurde. Im Vergleich zum Weizen war seine Anbaufläche bis heute in Deutschland unbedeutend.
Nutzung
Eine Renaissance erlebt der Dinkel durch die Zunahme des Biologischen Anbaus in Deutschland seit 1980 da er auch auf ertragsschwachen Standorten gut gedeiht. Zudem werden dem Dinkel besondere Heilkräfte nachgesagt und machen ihn daher als Schonkost interessant. Aus den reif geernteten entspelzten und vermahlenen Körnern wird das beliebte Dinkelbrot gebacken. Das fein gemahlene Mehl eignet sich auch hervorragend zur Herstellung von Spätzle. Erntet man die Körner schon vor der vollen Reife so erhält man nach vorsichtigem Dörren und Entspelzen den Grünkern. Dieser kann  in Form von Graupen Gries oder Mehl  genutzt werden. Aus Grünkern lassen sich auch schmackhafte Bratlinge herstellen.

Hintergrundinformationen: 3-Min-Information zum Dinkel des i.m.a e.V.
Synonyme - Dinkel

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