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AgriLexikon

Lexikon für Begriffe aus der Landwirtschaft
Es wurden 32 Einträge gefunden.
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Begriff Definition
Pansen
Der größte der 4 Mägen von Wiederkäuern mit bis zu 180 l Fassungsvermögen bei der Kuh. Im Pansen wird die geschluckte Nahrung mit Hilfe von Mikroorganismen vorverdaut. Dabei entstehen Fettsäuren die von der Kuh resorbiert werden. Die im Pansen entstehenden Gase - vor allem Kohlendioxid und Methan - werden durch Rülpsen ausgeschieden. Im Zusammenspiel mit dem Netzmagen werden die noch nicht nutzungsfähigen Anteile der aufgenommenen Nahrung potionsweise wieder hochgewürgt um nochmals gekaut zu werden (siehe auch Bakterien Verdauungstrakt Kuh Kuh Wiederkäuer).
Synonyme - Pansen
Parasiten
Parasiten (Schmarotzer) sind Lebewesen die bei Menschen Tieren und Pflanzen von dem jeweiligen Wirt leben und ihm nicht wie bei einer Symbiose nützen sondern  ihn im Regelfalle schädigen. Bei Menschen und Tieren setzen sie sich in inneren Organen wie Lunge Leber Muskeln oder auf  bzw. in der Haut oder in den Haaren  fest. Bei Pflanzen kommen sie  an allen Pflanzenteilen vor. Durch den Entzug von Blut und/oder  Nährstoffen wird der Wirt geschädigt. Besonders werden die Abwehrkräfte geschwächt. Siehe auch Hautparasiten.
Synonyme - Parasiten
Pasteurisieren
Pasteurisierung oder Pasteurisation bezeichnet die kurzzeitige Erwärmung von Substanzen auf 60 bis 90 °C zur Abtötung von Mikroorganismen.
Das Verfahren wurde benannt nach dem französischen Chemiker Louis Pasteur. Dieser hatte erkannt dass durch kurzzeitiges Erhitzen von Lebensmitteln und anderen Stoffen die meisten der darin enthaltenen Mikroorganismen abgetötet werden. Bei Lebensmitteln kann dadurch die Haltbarkeit deutlich gesteigert werden.
Durch die kurze Zeitdauer der Hitzeeinwirkung und die mäßige Temperatur werden die meisten die Haltbarkeit verkürzenden Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien und Hefen sowie viele krankheitserregende Bakterien wie Salmonellen zuverlässig abgetötet ohne dabei den Geschmack und die Konsistenz des Lebensmittels bedeutend zu verändern.
Im Handel wird neben pasteurisierter Milch seit langer Zeit auch solche angeboten die mit anderen Verfahren langfristig haltbar gemacht wurde (siehe H-Milch). Neuerdings gibt es bei Milch ESL Produkte (Extended shelf life). Sie sind - bei kaum verändertem Geschmack - länger als pasteurisierte Milch haltbar (siehe Milch).
Synonyme - Pasteurisieren
Pestizid
Sammelbegriff für Pflanzenschutzmittel insbesondere auch chemische Mittel zur Bekämpfung von Insekten Pilzen unerwünschten Wildkräutern Schädlingen und Krankheiten von Pflanzen.
Synonyme - Pestizid
Pferd
Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts wichtigstes Zugtier in der Landwirtschaft heute in Deutschland fast vollständig durch Traktoren abgelöst. Nur in Wäldern die für schweres Gerät unzugänglich sind werden noch „Rückepferde“ eingesetzt. Pferde werden in Deutschland heute sonst fast ausschließlich für Reitsport oder Freizeit gehalten.
Vorfahren
Wahrscheinlich gab es bis vor etwa 7.000 Jahren nur Wildpferde aus denen später die Hauspferde gezüchtet wurden. Heute leben noch einzelne dieser Wildpferde in der Mongolei. Sie wurden nach ihrem Entdecker auch Przewalski-Pferde genannt. Es gibt Forschungen die diese Herkunft  bezweifeln.
Pferde-Rassen
Araber Holsteiner Hannoveraner Islandpferde Shetlandponys... - Weltweit gibt es eine große Anzahl von Pferderassen. Dabei unterscheiden sie sich einerseits durch Farbe Fellmuster und Aussehen wie der Rappe (schwarz) vom Schimmel (weiß) der Braune vom Schecke usw.   andererseits durch Größe Kraft  und Gewicht Außerdem  besitzen sie auch verschiedene Temperamente und werden  unterschiedlich eingesetzt. Während so genannte Kaltblüter (z.B. Belgier oder Schleswiger) fast ausschließlich als Zug- und Arbeitstiere eingesetzt werden setzt man sö genannte  Warmblüter oder Vollblutpferde vor allem als Reitpferde oder im Sport ein.
Biologie
Die Pferde gehören zur Familie der Säugetiere. Weil sie nur einen Zeh mit Huf besitzen gehören sie zu den Einhufern oder Unpaarhufern. Sie sind ein typisches Herden- und Fluchttier. Je nach Rasse erreichen sie eine Schulterhöhe (Widerrist) zwischen 70 bis 210 cm. Pferde mit einem Widerrist unter148 cm werden als Kleinpferde unter 130 cm als  Ponys bezeichnet. Das Gewicht der Ponys und Pferde kann zwischen 90 kg und 1.200 kg liegen. Stuten werden mit 12 bis 18 Monaten geschlechtsreif Hengste erreichen die Geschlechtsreife zwischen dem 12. und 20. Lebensmonat. Die Tragezeit beträgt bei allen Pferden rund 330 Tage.
Haltung
Die Boxenhaltung ist heute der Normalfall. Die meisten Reitpferde sind in einem Stall untergebracht in dem sie eine Box von mindestens 3 mal 3 Meter für sich haben in der sie sich bewegen können. Zu jedem guten Reitstall gehören heute Weiden auf denen die Pferde sich in der Weidezeit von etwa Mitte April bis Mitte Oktober  frei bewegen und grasen können. Für die restliche Zeit des Jahres sollten Paddocks (eingezäunter Auslauf) zur Verfügung stehen um den Pferden auch im Winter zumindest eingeschränkt freie Bewegung zu ermöglichen. Neben dem Boxenstall gibt es auch die Offenstallhaltung wo sich das Pferd jederzeit zwischen dem geschützten Stallbereich und dem offenen Außenbereich hin und her  bewegen kann. Die Weiterentwicklung der Offenstallhaltung ist der Laufstall. Hier kann das Pferd oft auch außerhalb des Stalles verschiedene Bereiche aufzusuchen.
Pferde-Region
Wie die Namen bereits vermuten lassen stammen Pferde wie der Hannoveraner der Holsteiner der Westfale oder der Haflinger aus bestimmten Regionen. Dort sind sie ursprünglich gezüchtet worden was aber nicht bedeutet dass sie heute nur dort leben oder gezüchtet werden.
Pferde und mehr
In erster Linie werden Pferde in Deutschland heute als Sport- und Freizeitpferde gehalten während sie in der Vergangenheit zum Ziehen von schweren Fuhrwerken zum Bestellen von Äckern usw. eingesetzt wurden. Heute sind sie in Deutschland als Arbeitstiere fast ganz aus der Landwirtschaft verschwunden und wurden von landwirtschaftlichen Maschinen abgelöst. Landwirte bieten  für Sport- und Freizeitpferde häufig Stallplätze  und auch Pflege an. Für Forstarbeiten werden Pferde an schwer zugänglichen Stellen eingesetzt. Die Polizei setzt heute auch Pferde für bestimmte Aufgaben ein.
Begriffe
Stute: weibliches Pferd
Hengst: männliches Pferd  Wallach: kastriertes männliche Pferd
Fohlen: Jungtiere unter einem Jahr
Maulesel: Kreuzung aus einer Eselstute und einem Hengst
Maultier: Kreuzung aus einer Stute und einem Eselhengst

Informationsmaterial: 3-Min-Information zum Pferd des i.m.a e.V.
Synonyme - Pferd
Pflanzenbau
Zweig der Landwirtschaft der sich mit der Erzeugung von Pflanzen beschäftigt - im Gegensatz zur Tierhaltung. Siehe auch Ackerbau.
Synonyme - Pflanzenbau
Pflanzenernährung Synonyme - Pflanzenernährung
Pflanzenkrankheiten
Sammelbegriff für Schäden die an den Pflanzen z.B. durch Bakterien Viren und Pilze verursacht werden und z.B. durch Wind und Tiere weiter verbreitet werden. Sie können auch durch ungünstige Umweltbedingungen wie Nährstoffmangel entstehen.
Synonyme - Pflanzenkrankheiten
Pflanzennährstoffe
werden zusammen mit Wasser über die Wurzeln aufgenommen in den Blättern zusammen mit Kohlendioxid und Wasser zu den verschiedenen Substanzen die eine Pflanze enthält chemisch umgewandelt (Fotosynthese).
So entstehen Fette und Proteine Zucker und Stärke Farb- und Aromastoffe.
Die durch Landbewirtschaftung dem Boden entzogenen Nährstoffe müssen  durch gezielte Düngemaßnahmen ersetzt/ergänzt werden.
Die wichtigsten Stoffe sind:
Daneben werden andere Nährstoffe in kleinen Mengen als Spurenelemente bzw. Mikronährstoffe benötigt zu ihnen gehören unter anderem Chlor (Cl) Eisen (Fe) Mangan (Mn) Zink (Zn) und Kupfer (Cu) (siehe auch Düngemittel hrstoffbedarf).
Synonyme - Pflanzennährstoff
Pflanzenschutz
Schutz von Nutzpflanzen gegen Krankheiten Insekten Pilze Fäulnis konkurrierende Wildpflanzen und Wildtiere. Herkömmliche Mittel wurden im Laufe der Jahre durch neue Verfahren und Methoden ergänzt.
Es lassen sich verschiedene Verfahren des Pflanzenschutzes unterscheiden:
Die Bilder zeigen das Ausbringen flüssiger Pflanzenschutzmittel.
Synonyme - Pflanzenschutz
Pflanzenschutzdienst
Organisation auf Länderebene die mit Hilfe von bestimmten Ämtern und Anstalten Aufgaben wahrnimmt die im Pflanzenschutzgesetz von 2012 festgelegt sind. Dazu gehören  u.a. das Überwachen von Pflanzenbeständen und -vorräten und pflanzlichen Erzeugnissen auf Schadorganismen die Überwachung des Pflanzenversands Aufklärung und Beratung beim Schutz von Pflanzen und Vorräten   Warn- und Meldedienst sowie die Überwachung von Handel und Verkehr.
Synonyme - Pflanzenschutzdienst
Pflanzenschutzmittel
Chemische oder biologische Wirkstoffe gegen Insekten Pilze unerwünschte Wildkräuter   Schädlinge und Krankheiten der Pflanzen.
Weltweit gibt es etwa 800 Pflanzenschutzmittelwirkstoffe die oft nur gegen eine bestimmte Gruppe von Schädlingen wirken. In Deutschland dürfen nur solche Pflanzenschutzmittel verwendet werden die auf ihre Wirkungen und vor allem Nebenwirkungen geprüft und bei sachgerechter Anwendung für Mensch Tier und Umwelt unbedenklich sind. Dazu gibt es ein amtliches Zulassungsverfahren beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Braunschweig. Pflanzenschutzmittel müssen in Deutschland in gesonderten Räumen gelagert werden und dürfen nicht mit Dünge- Futter- oder Nahrungsmitteln in Berührung kommen. Der Landwirt muss vor Anwendung von Pflanzenschutzmitteln einen Sachkundenachweis erbringen.
In der ökologischen Landwirtschaft werden zum Pflanzenschutz neben pflanzenbaulichen biologischen mechanischen und physikalischen Maßnahmen nur Mittel aus Naturprodukten eingesetzt die in einer Positivliste (Verzeichnis der einsetzbaren Mittel) aufgeführt sind.
Die Bilder zeigen das Ausbringen flüssiger Pflanzenschutzmittel.
Aufgrund des Gesetzes zur Neuordnung der Ressortforschung vom 24. Oktober 2007 wurde die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) mit zwei Instituten der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) und der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) zusammengeführt.
Dieses große Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen trägt den Namen Julius-Kühn-Institut.
Synonyme - Pflanzenschutzmittel
Pflanzgut
Pflanzenteile wie Knollen Stecklinge oder Zwiebeln die in die Erde gebracht werden und aus denen sich dann die Pflanzen entwickeln. Bekanntestes Beispiel in der Landwirtschaft: die Kartoffel.
Synonyme - Pflanzgut
Pflanzkartoffel
Pflanzkartoffeln sind das Pflanzgut das zum Anbau von Kartoffeln verwendet wird.
Synonyme - Pflanzkartoffel
Pflug
Gerät zum Aufbrechen Wenden Lockern und Mischen des Bodens.
Der Pflug – seit etwa 3000 v. Chr. nachweisbar – war zunächst ein Hakenpflug aus Holz ehe im 18. Jh. die ersten Eisenpflüge mit Rädern gebaut wurden. Im 19. Jh. gab es erste Versuche Pflüge nicht wie bis dahin durch Tiere ziehen zu lassen sondern mit Dampfmaschinen anzutreiben. Heute werden Traktoren zum Ziehen eingesetzt. Ackerflächen werden meist im Herbst nach der Ernte gepflügt. Zu dieser Zeit ist der Boden in der Regel gut befahrbar. Das Pflügen vor dem Winter erhöht die Wasseraufnahmefähigkeit und fördert bei Frost die Zerkrümelung des Bodens. Zunehmend wird heute auch auf das Pflügen verzichtet und der Boden nur mit einem Grubber aufgelockert.
Die Bilder zeigen Wendepflüge z.T. in Kombination zur Vorbereitung des Saatbettes. Durch Wendepflüge wird erreicht dass die gewendete Erde immer zur gleichen Seite fällt.
Synonyme - Pflug
Pflügen
Mechanisches Wenden Lockern und Mischen des Bodens im Rahmen der Grundbodenbearbeitung (siehe auch Pflug).
Synonyme - Pflügen
pH-Wert
Maßstab für Säuregrad.
Der pH-Wert zeigt an ob eine Flüssigkeit sauer basisch oder neutral reagiert. Werte unter 7 zeigen Säuren an Werte über 7 Laugen (Basen).
Wasser hat z.B. nach dieser Einteilung den pH-Wert 7 Essig etwa pH 4 Waschlauge dagegen etwa pH 11.
Synonyme - pH-Wert
Pheromone
Botenstoffe die der biochemischen Kommunikation zwischen Tieren gleicher Art dienen. Sie helfen beim Auffinden von Geschlechtspartnern dienen zur Markierung von  Gebieten dienen  zum Auffinden von Nest- und Futterplätzen oder auch  zur Regelung sozialer Beziehungen. Pheromone werden nicht wie  Hormone nach innen abgegeben sondern nach außen. Sie können zum Beispiel Sexuallockstoffe oder Abschreckstoffe sein.
In Pheromonfallen werden sie auch zur biologischen Schädlingsbekämpfung genutzt.
Synonyme - Pheromon
Phosphatdünger
Typischer Handelsdünger hergestellt entweder aus Ablagerungen von Meerestieren aus einem bei der Stahlgewinnung anfallenden Nebenprodukt (Thomasmehl) oder aus Guano (Vogelkot)
Rohphosphate (siehe Phosphor) sind kaum wasserlöslich und müssen deshalb so verarbeitet werden dass sie für Pflanzen als Nährstoff verfügbar sind  (Phosphate). Häufig ist eine Verbindung mit Calcium. Phosphat wird im Boden rasch gebunden und daher in der Regel kaum ins Grundwasser ausgewaschen.
An mehreren Stellen der Erde (Nordafrika Nordamerika Halbinsel Kola) haben sich im Laufe von Jahrmillionen große Mengen Phosphate aus Kalk- und phosphorhaltigen Meerestieren abgelagert; diese Rohphosphate werden abgebaut und zu Düngemitteln verarbeitet. Außerdem fallen Phosphate bei der Eisenherstellung aus phosphorhaltigen Erzen an oder finden sich im Kot von Meeresvögeln.
Synonyme - Phosphatdünger
Phosphate
Verbindungen des chemischen Elements Phosphor. Im Boden fördern sie ähnlich wie Kalkdünger die Bodenstruktur was sich positiv auf die Bodenfruchtbarkeit auswirkt. Phosphate werden kaum aus dem Boden ausgewaschen denn sie liegen vornehmlich an Eisen Aluminium oder Calcium gebunden vor. Phosphat wird auch aus organischen phosphorhaltigen Verbindungen (Humus oder Gülle) durch Abbau (Bodenleben Mineralisation) pflanzenverfügbar. Siehe auch Pflanzennährstoffe und Phosphatdünger.
Synonyme - Phosphat

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