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AgriLexikon

Lexikon für Begriffe aus der Landwirtschaft
Es wurden 34 Einträge gefunden.
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Begriff Definition
Hackfrucht
Hackfrüchte wie Kartoffeln und Rüben müssen während des Wachstums mehrfach gehackt werden – vor allem um nicht durch Wildkräuter in ihrer Entwicklung behindert zu werden. Auch die dabei erfolgende Bodenlockerung fördert das Wachstum. Siehe auch Hackmaschine.
Synonyme - Hackfrucht
Hackmaschine
Gerät zur Unkrautbekämpfung und Bodenlockerung das vowiegend im Rüben- und Kartoffelanbau eingesetzt wird.
Synonyme - Hackmaschine
Hackstriegel
Eine Egge zur Unkrautbekämpfung im Getreide.
Zinken ziehen die jungen Unkrautpflanzen aus dem Boden oder decken sie mit Erde zu und bringen sie so zum Absterben.
Synonyme - Hackstriegel
Hafer
Getreideart deren Körner im Gegensatz zu Weizen Roggen und Gerste nicht an Ähren sondern an Rispen wachsen. Die Kulturform des Hafers ist vermutlich aus dem auch heute noch vorkommenden Flughafer gezüchtet worden. Hafer diente zunächst vor allem als Viehfutter besonders für Pferde. Heute ist Hafer auch eine wichtige Getreideart für die menschliche Ernährung. Haferkörner enthalten besonders viel Eiweiß und Fett dazu Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Hafer wird ausschließlich als Sommergetreide angebaut.
Merkmale
Die Pflanze wird 0 6 bis 1 5 m hoch. Hafer unterscheidet sich von unseren anderen Getreidearten durch die Form des Fruchtstandes. Dieser ist als Rispe und nicht als Ähre ausgebildet.
Herkunft
In den Getreidefunden aus der Zeit des Altertums taucht Hafer nie in reiner Form sondern immer als Beimengung auf. Dies lässt den Schluss zu dass Hafer zunächst als Beigras auf Gersten- und Weizenfeldern wuchs. Er wird deshalb  zu den sekundären Kulturpflanzen gezählt. Um ca. 5.000 v. Chr. sind die ältesten Nutzungsnachweise von Hafer in Polen und der nördlichen Schwarzmeerregion zu finden. Die ersten Nutzungsbelege in Mitteleuropa lassen sich auf 2.400 v. Chr. datieren. Ab dem Hochmittelalter ist Hafer in Mittelgebirgslagen eine bedeutende Feldfrucht die erst durch die Einführung der Kartoffel ihre Stellung verlor. Noch 1939 rangierte Hafer in der weltweiten Bedeutung nach Weizen und Mais an dritter Stelle der Getreidearten. In Deutschland war Hafer bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Roggen die wichtigste Getreideart.
Heute ist der Haferanbau in Deutschland gegenüber den anderen Getreidearten von untergeordneter Bedeutung. Sein Anbau findet in den Mittelgebirgen im Alpenvorland und in den Küstenregionen statt.
AnbaU
Hafer wächst am besten in gemäßigtem Klima mit hohen Niederschlägen. Seine Ansprüche an den Boden sind gering. Hafer wird nur als Sommerform angebaut und im Frühjahr ausgesät. Die Ernte findet ab Mitte August statt. Unter den Getreidearten gilt Hafer als Gesundungsfrucht“ da sich viele Getreideschädlinge in ihm nicht vermehren. Die Durchschnittserträge stagnieren bei ca. 50 dt/ha da Hafer züchterisch kaum bearbeitet wird. Aus diesem Grund ist der Anbau von Hafer für Landwirte ökonomisch wenig interessant. Hafer unterscheidet sich stark von  den anderen Getreidearten. Dies zeigt sich schon in der Rispenform seines Fruchtstandes. Die Haferkörner sind fest mit den Spelzen umschlossen. Durch Dreschen lassen sie sich nicht voneinander trennen.  Zur Verwendung der Haferkörner für die menschliche Ernährung müssen die Spelzen entfernt werden als Futtergetreide können sie am Korn bleiben. Neben den bespelzten Hafersorten gibt es auch „Nackthafer“ ohne Spelzen. Seine Erträge sind jedoch geringer.
2014 wurden bei einem Hektarertrag von 50.7 dt/ha auf 125.000 ha 636.000 t Hafer geerntet.
Nutzung
Ernährungsphysiologisch ist Hafer die hochwertigste Getreideart die in Mitteleuropa angebaut wird. Wenn  die Körner entspelzt und nicht geschält werden bleiben die Vitamine der äußeren Kornschicht erhalten.  Die Körner sind wegen des geringen Kleberanteils zur Herstellung von Brot kaum geeignet. Nach dem Entspelzen Schälen und Darren (= spezielle Art der Trocknung) dienen die Körner in gewalzter Form als Haferflocken für die menschliche Ernährung. Haferflocken können roh oder gekocht verzehrt werden und sind leicht verdaulich. Weiterhin lassen sich aus den Körnern Hafergrütze und Hafermehl herstellen. In der Schon- und Diätkost werden mit Hafer verschiedene Beschwerden behandelt. Der überwiegende Anteil der Haferproduktion wird jedoch an Pferde Rinder oder Geflügel verfüttert. Der hohe Rohfaseranteil macht die Körner für die Verfütterung an Schweine ungeeignet.
Informationsmaterial: 3 Minuten-Info zum Hafer des i.m.a e.V.
Synonyme - Hafer
Hähnchenfutter
Die Hauptfuttermittel für Hähnchen sind Mais und Weizen. Verfüttert werden auch Gerste Hafer Roggen Triticale sowie pflanzliches Eiweiß wie etwa Sojaschrot Rapsschrot oder Erbsen. Wichtig ist die dem Entwicklungsstand angemessene Mischung der Komponenten.
Synonyme - Hähnchenfutter
Hähnchenstall
Stall zum Mästen von Masthühnerküken. Die Tiere werden am 1. Lebenstag aufgestallt und bleiben dort 33 oder 40 Tage - je nach Mastziel. Vorherrschend ist die Bodenhaltung.
siehe auch: Masthähnchen
Synonyme - Hähnchenstall
Halmbruch
Gefürchtete 'Fusskrankheit' des Getreides. Erreger ist ein Pilz der besonders bei kühl-feuchter Witterung im Winterhalbjahr die Pflanzen befällt so dass die Halme später in der Vegetationsphase brechen. Der Pilz hält sich mehrere Jahre auf Stoppelresten so dass eine sorgfältige Stoppelbearbeitung und eine weitgestellte Fruchtfolge dem Befall entgegenwirken. Weizen und Gerste sind weit anfälliger als Roggen. Hafer ist kaum gefährdet und gilt daher innerhalb von getreidereichen Fruchtfolgen deshalb als Gesundungsfrucht.
Synonyme - Halmbruch
Halmfrüchte
Sammelbezeichnung für Getreide bei dem die Früchte an einem Halm wachsen im Gegensatz zu den Blattfrüchten.
Synonyme - Halmfrüchte
Haltungsabschnitt
Eine zeitliche begrenzte Phase bei der Haltung von Tieren z.B. Aufzucht Trächtigkeit Vormast- oder Endmast.
Synonyme - Haltungsabschnitt
Hammel
Kastriertes männliches Schaf. Eine andere Bezeichnung: Schöps.
Synonyme - Hammel
Handelsdünger
Dünger der von den Landwirten zur Ergänzung des hofeigenen Wirtschaftsdüngers zugekauft wird.
Vor allem handelt es sich dabei um mineralische Düngemittel die aus dem Stickstoff der Luft oder dem Bergbau gewonnen werden. Früher spielte auch das Thomasmehl das bei der Verhüttung von Eisen anfiel eine größere Rolle.  Organische oder organisch-mineralische Düngemittel aus Klärschlamm oder Müllkompost werden auch als Handelsdünger angeboten.
Um für die Pflanzen jeweils die richtigen Nährstoffe im Boden zur Verfügung zu stellen werden entweder einzelne Nährstoffe (Stickstoff Phosphor Kali Magnesium) oder Nährstoffkombinationen als Dünger verwendet.
Nach genauer Bodenuntersuchung wird der Dünger zumeist in mehreren Gaben verteilt über die Vegetationsperiode ausgebracht. Ein Verzicht auf Handelsdünger bringt im Regelfalle geringere Erträge wenn der Wirtschaftsdünger nach Menge und Zusammensetzung nicht den Nährstoffbedarf der Pflanzen decken kann.
Vgl. auch Düngung
Synonyme - Handelsdünger
Handelsklasse
Qualitätsnorm für eine Reihe von Agrarprodukten zur Erleichterung des Warenverkehrs und zur Verbesserung der Markttransparenz.
Zunächst nur national festgelegt gelten mittlerweile fast alle Normen auf EU-Ebene. Handelsklassen erleichtern den Preisvergleich und nützen Handel und Käufer. Für Landwirte und Verbraucher sind sie eine Orientierungshilfe.
Handelsklassen gibt es beispielsweise für
  • lebendes Schlachtvieh
  • Schweinehälften
  • Rind- Kalb- und Schaffleisch sowie
  • Eier Geflügel
  • Obst und
  • Gemüse.
Die festgesetzten Normen sind der Kritik ausgesetzt weil nur die äußeren Qualitätsmerkmale nicht aber die „innere Qualität“ eines Produktes bewertet werden.
Siehe dazu auch den Link: www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.259831.de
Synonyme - Handelsklasse
Hanf
ist eine alte Nutz- und Zierpflanze weltweit in gemäßigten  und tropischen Zonen zu finden. Der Anbau erfolgte früher vor allem der Fasern wegen aus denen z.B. Seile gedreht wurden. Heute kann  er für viele Zwecke in der Industrie genutzt werden. Sein Anbau steigt deshalb in vielen Ländern.
Aus Hanf lassen sich allerdings auch Rauschmittel herstellen. Deshalb ist der Anbau in der EU nur für Sorten zugelassen die sich nicht zur Gewinnung von Rauschgift eignen.
Siehe auch Nachwachsende Rohstoffe.
Synonyme - Hanf
Häufeln
Herstellen von Erddämmen vor allem im Kartoffelanbau. Diese Dämme in denen dann die Pflanzen wachsen dienen dazu einen günstigen Wasser- Luft- und Wärmehaushalt im Boden zu schaffen. Außerdem erleichtern sie die Ernte verhüten Schäden die durch Freiliegen  der Kartoffel  entstehen und dienen auch der Unkrautbekämpfung.
Synonyme - Häufeln
Haupterwerbsbetrieb
Landwirtschaftlicher Familienbetrieb der  hauptberuflich bewirtschaftet wird und bei dem mehr als 50 % des Einkommens aus landwirtschaftlicher Arbeit erzielt wird.
Seit 1995 werden Vollerwerbsbetriebe und Zuerwerbsbetriebe statistisch in der Gruppe der Haupterwerbsbetriebe zusammengefasst. Von den 285.000 landwirtschaftlichen Betrieben wurden 2013 48 % im Haupterwerb und die anderen 52 % im Nebenerwerb bewirtschaftet. Jedoch bewirtschaften die Haupterwerbsbetriebe 75 %  der Fläche Deutschlands die Nebenerwerbsbetriebe nur 25 %.
Siehe auch Überblick.
Synonyme - Haupterwerbsbetrieb
Hauptnährstoffe
Menschen und Tiere benötigen als Nährstoffe Fett Kohlenhydrate und Eiweiß. Sie sind in den Pflanzen und Tieren der Nahrung enthalten. Außerdem ist Wasser unverzichtbar.
Für das Pflanzenwachstum sind Stickstoff Phosphor Schwefel Kalium Calcium und Magnesium die wichtigsten Nährstoffe.
Synonyme - Hauptnährstoffe
Hauptwirt
Das Tier oder die Pflanze bei der ein Parasit die besten Lebensbedingungen vorfindet heißt Hauptwirt. Nebenwirte mit weniger guten Entwicklungsmöglichkeiten werden daher deutlich weniger bzw. seltener befallen und zwar vorzugsweise dann wenn keine oder nicht ausreichend Hauptwirte zur Verfügung stehen.
Synonyme - Hauptwirt
Hautparasiten
Die wichtigsten Hautparasiten sind Läuse Milben und Haarlinge (Tierläuse). Diese Parasiten befallen hauptsächlich kranke und ungepflegte Tiere. Läuse und Haarlinge sind als kleine weiße Pünktchen an den Haaren erkennbar beeinträchtigen das Wohlbefinden und damit auch die Leistung der Tiere. Siehe auch Parasiten.
In diesem Zusammenhang sind auch Menschenläuse zu nennen die als Filzläuse oder Kopfläuse auftreten können.
Synonyme - Hautparasiten
Hektar (ha)
Flächeneinheit die als gängige Größenordnung in der deutschen Landwirtschaft angewandt wird.
Ein Hektar (ha) entspricht einem Quadrat von 100 x 100 Metern also 10.000 Quadratmetern (m²) oder 100 Ar (a). 100 Hektar bilden einen Quadratkilometer (km²).
Hektar ist ein Maß des metrischen Systems. Früher wurden als Feldmaß „Morgen“ was regional unterschiedlich etwa einem Viertel Hektar entspricht oder „Tagwerk“ (etwa ein Drittel Hektar) verwendet.
In englischsprachigen Ländern bildet „acre“ (etwa 0 4 Hektar) die Standardeinheit für die Landwirtschaftsfläche.
Vgl. auch Maßeinheiten.
Synonyme - Hektar (ha)
Herbizide
Chemische Mittel zur Bekämpfung von Unkräutern und Ungräsern (Wildkräutern).
Synonyme - Herbizide

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