information.medien.agrar e.V.

AgriLexikon

Lexikon für Begriffe aus der Landwirtschaft
Es wurden 65 Einträge gefunden.
Suche nach Begriffen
Begriff Definition
Magerfleischanteil
Gibt den Anteil von Muskelgewebe (Fleisch) im Schlachtkörper in % an. Siehe auch Handelsklassen.
Synonyme - Magerfleischanteil
Magnesium
Leichtmetall das in der Natur nur in Verbindungen vorkommt und mit 2 1% am Aufbau der Erdkruste beteiligt ist. Viele Kalkdünger erhalten beträchtliche Mengen an Magnesium. Pflanzen benötigen Magnesium z.B. zum Aufbau des Blattgrüns. Ein Mangel führt zu Blatterkrankungen. Beim Tier erfüllt Magnesium viele Stoffwechselfunktionen und ist im Futter unverzichtbar. Auch der Mensch braucht zur Erhaltung vieler Körperfunktionen Magnesium das  bei gesunder Ernährung auch in genügender Menge dem Körper zugeführt wird.
Synonyme - Magnesium
Magnesiumdünger
Obwohl Magnesium in der Erdkruste weit verbreitet ist haben leichte Böden oft Magnesiummangel. Die Ursache dafür ist zum Teil der Entzug durch die Ernte zum Teil wird das Element aber auch durch Wasser (insbesondere 'sauren Regen' mit niedrigem pH-Wert) ausgewaschen. In der Regel wird das Element zusammen mit Kalk als Magnesiumkalk (Magnesium- und Calciumdünger Mehrnährstoffdünger Handelsdünger) wieder zugeführt. Ein kurzfristig festgestellter Mangel lässt sich mit Bittersalz (ein leicht wasserlösliches Magnesiumsalz) auch als Blattdünger beheben (siehe auch Düngung).
Synonyme - Magnesiumdünger
Mähdrescher
Als eine der revolutionärsten Erfindungen in der Landwirtschaft der Neuzeit gilt der Mähdrescher eine Maschine zum Ernten und Dreschen von Getreide und anderen Körnerfrüchten in einem Arbeitsgang
Bis ins 20. Jh. wurde das Getreide mit der Sense gemäht zu Garben gebunden auf dem Feld aufgestellt und getrocknet. Nach dem Abtransport wurden die Getreidekörner mit Dreschflegeln auf der Tenne ausgedroschen. Die Drescharbeit wurde mit Einführung der Dreschmaschinen zuerst mechanisiert. Danach kam es zur Entwicklung von Mähmaschinen bzw. Mähbindern die das Mähen und das Binden von Garben bereits in einem Arbeitsgang erledigten.
Die Ernte eines Hektars Getreide erforderte früher 360 Arbeitsstunden heute kann ein moderner selbstfahrender Mähdrescher mit einer Schnittbreite von sechs Metern die Arbeit in einer Stunde bewältigen.
Diese leistungsstarken Mähdrescher die - je nach Bauart und Ausführung bis zu 500.000 € kosten können - lassen sich z.B. auch zur Ernte von Körnermais Raps und Sonnenblumen umrüsten.
Auf den zwei seitlichen Bildern sind Mähdrescher bei der Getreideernte zu sehen.  Vorne am M. legt eine Haspel die Halme so dass sie vom Messerbalken der wie eine riesige Haarschneidemaschine arbeitet  geschnitten werden können. In einer Dreschtrommel werden die Körner aus den Ähren geschlagen. Gebläse und Siebe trennen und reinigen die Körner. Anschließend gelangen sie in den Korntank und werden von dort - zum Teil während der Fahrt - auf einen Wagen umgeladen. - Der Fahrer sitzt vorn in einer klimatisierten und durch leichten Überdruck vor Staub geschützten Kabine.
Die unteren Bilder zeigen Mähdrescher auf Straßenfahrt bei der Ernte von Raps und Mais.
Synonyme - Mähdrescher
Mais
Getreideart die auch als „Kukuruz“ (türkischer Weizen) „Welschkorn“ und in den USA einfach als „corn“ bezeichnet wird.
Der aus Wildformen gezüchtete Mais stammt aus Amerika und kam im 16. Jh. zunächst als Zierpflanze nach Europa wurde aber bald in der Landwirtschaft angebaut. Es gibt unterschiedliche Maissorten – je nach Verwendungszweck. In der europäischen Landwirtschaft wird Mais als Silomais für die Rinderhaltung oder als Körnermais bzw. Corn-Cob-Mix für die Schweine- und Geflügelhaltung angebaut. Seit einigen Jahren spielt er eine zunehmende Rolle bei der Erzeugung von Biogas. In Deutschland wurde 2014 auf mehr als 2 5 Mio. ha (über 7 % der Getreidefläche) Mais angebaut   vor allem Silomais (2 05 Mio. ha). Eine besondere Form ist der Zuckermais der als Gemüse für die menschliche Ernährung hauptsächlich in südlichen Regionen angebaut wird.
Merkmale
Mais gehört zur Familie der Gräser (Poaceae). Er wird 1 5 bis 2 5 m hoch. Botanisch  unterscheidet er sich von den anderen Getreidearten durch seine Getrenntgeschlechtlichkeit. Die männlichen Blüten entwickeln sich am Ende der Sprossachse in Rispenform. Die weiblichen Blüten bilden sich an Nebenachsen der Hauptsprossachse jeweils an den Ansatzstellen der Blätter.  Blütenstand und Frucht sind Kolben die von Hüllblättern (Lieschblättern) umgeben sind.
Die zwei ersten Bilder unten zeigen Maisfeld und Maispflanzen im Frühjahr darunter rechts ist die Maisblüte links Maiskolben im Wachstum zu sehen. Die letzten Bilder zeigen einen Maiskolben und Maiskörner
Herkunft
Mais stammt aus Mittelamerika. In der Region zwischen Peru und Mexiko wird er seit 7.000 Jahren angebaut. Er ist eine reine Kulturpflanze. Die ersten Maiskörner brachte Christoph Kolumbus von seiner zweiten Entdeckungsfahrt mit nach Europa. Dort wurde er ab 1525 in Südspanien angebaut. In Mitteleuropa beschränkte sich der Maisanbau auf die wärmeren Regionen des Rheintals. Erst nach den Ausfällen der Kartoffelernten in den Jahren 1805/06 und 1846/47 begann die Züchtung robusterer dem kalten Klima besser angepasster Maissorten. Seit etwa 1970 wird Mais großflächig in Mitteleuropa angebaut. Weltweit ist Mais die wichtigste Stärkepflanze.
Anbau
Mais ist ursprünglich eine sehr frostempfindliche Art der Tropen und Subtropen. Erst durch Züchtung wurde der Anbau auch in kälteren Zonen möglich. Mais wird Mitte bis Ende April gesät. Pro Quadratmeter wachsen ca. 6-8 Pflanzen in Reihen. Zur Keimung benötigt er Temperaturen über 8 °C. Sein Wasserbedarf ist mit 500–700 mm Jahresniederschlag nicht besonders hoch seine Ansprüche an den Boden sind gering. Mais ist besonders gut an trocken-heiße Standorte mit hohem Lichtangebot angepasst.  Durch seine späte Aussaat und die geringe Durchwurzelung ist der Boden in Hanglagen stark erosionsgefährdet. Dies wird heute durch moderne Aussaatverfahren sowie das Einbringen von Untersaaten vermindert.
Mais wird in Deutschland auf mehr als 2 5 Mio ha - von 16 8 Mio ha landwirtschaftlich genutzter Fläche insgesamt - angebaut
Nutzung
Der Erntezeitpunkt richtet sich nach der Nutzung. Beim Silomais der als Viehfutter Verwendung findet werden die ganzen Pflanzen Ende September/Anfang Oktober geerntet. Mit einem Maishäcksler werden sie zerkleinert anschließend in Silos verfestigt und luftdicht gelagert. Durch die einsetzende Milchsäuregärung entsteht ein haltbares eiweißreiches Winterfutter für Rinder. Beim Körnermais werden nur die vollreifen Körner im Oktober oder November mit dem Mähdrescher geerntet. Die Kornerträge liegen bei rund 100 dt/ha. Die Körner finden in Kraftfuttermischungen  Verwendung. Für die menschliche Ernährung wird einheimischer Mais hauptsächlich zu Speisestärke verarbeitet. Für andere Nutzungsarten wie Cornflakes Gemüsemais oder Popcorn wird der Mais in erster Linie in Südeuropa produziert. Bei der Stärkeproduktion fällt als Nebenprodukt Maiskeimöl an. Es dient als Salatöl oder für die Margarine- und Majonäseherstellung. Für die Industrie stellt es einen Rohstoff für Farben Linoleum und Seife dar.
Umstritten ist die Nutzung von Mais zur Energiegewinnung.
Siehe auch nachwachsende Rohstoffe Biogasanlagen Biokraftstoff.
Informationsmaterial: 3-Minuten-Info zum Mais des i.m.a e.V.
Synonyme - Mais
Maissilage
Für die Herstellung von Maissilage wird die ganze noch grüne Pflanze geerntet gehäckselt im Silo (Fahrsilo = Betonplatte) aufgeschichtet und zusammengedrückt (meist indem man mit dem Schlepper wiederholt darüberfährt siehe Silage). Milchsäurebakterien vergären die luftdicht abgedeckten Pflanzen. Die Maissilage ist monatelang haltbar. Maissilage wird hauptsächlich in der Rinderfütterung eingesetzt.
Synonyme - Maissilage
Maiszünsler
Pflanzenschädling: Kleiner gelber Nachtfalter der seine Eier an die Unterseite der oberen Maisblätter ablegt. Die sich daraus entwickelnden Raupen dringen in den Stängel ein der abknickt. Sie können bis in den Kolben wandern. Dies kann zu schweren Ertragsverluste führen. Siehe auch Bt-Mais.
Synonyme - Maiszünsler
Malz
Für die Herstellung von Malz wird vor allem Braugerste eingesetzt die einen niedrigen Gehalt an Eiweiß hat.. Sie wird in Wasser eigeweicht und keimt. Nach einigen Tagen wird dieser Prozeß beendet und ein Trocknungsprozeß (Darren) vorgenommen. Nach Entfernung der Keimlinge ist Malz entstanden das meist gemahlen wird.
Synonyme - Malz
Marienkäfer
Marienkäfer gehören zu den Insekten. Sie  selbst und ihre Larven vertilgen die für die Landwirtschaft schädlichen Blattläuse in großen Mengen.  Marienkäfer dienen daher als Nützlinge bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Sie  werden bisweilen mit den Larven des Kartoffelkäfers verwechselt.
Der hier heimische Marienkäfer kommt in vielen Variationen vor. Seit einigen Jahren gibt es in Europa auch den asiatischen Marienkäfer der zur Schädlingsbekämpfung importiert wurde. Auch er vertilgt Läuse. Seine Lebensweise unterscheidet sich etwas von den vorher hier heimischen Arten. Noch lässt sich nicht eindeutig sagen welche Folgen die Verbreirtung des asiatischen Käfers hat.
Synonyme - Marienkäfer
Marktfruchtbau
Anbau von Kulturen die nicht im Betrieb verwertet sondern verkauft (vermarktet) werden z.B. Getreide oder Zuckerrüben (vgl. Betriebsform).
Synonyme - Marktfruchtbau
Marktfruchtbetrieb
siehe Betriebsform.
Synonyme - Marktfruchtbetrieb
Marktordnung
Maßnahmen um Angebot Nachfrage und Preisentwicklung zu steuern und Wettbewerb zu gewährleisten.
In der landwirtschaftlichen Marktordnung der EU ging es lange Zeit nicht darum einen freien Wettbewerb (Konkurrenz) zu ermöglichen sondern im Interesse der Erzeuger und der Verbraucher die Preise für Agrarerzeugnisse stabil zu halten und zunächst kurz nach dem 2. Weltkrieg die Versorgung zu sichern.
In der landwirtschaftlichen Marktordnung gab es zahlreiche Maßnahmen auf EU-Ebene regulierend in die Märkte einzugreifen. Die Agrarmarktordnung der Europäischen Union (EU) stand immer wieder zur Diskussion auch in Beziehung zum Weltmarkt und zu den WTO-Verhandlungen (Welthandelsorganisation GATT). Dies hing auch damit zusammen dass über die Hälfte des EU-Haushaltes für die Agrarwirtschaft aufgewendet wurde.
Im Zuge der Agenda 2000 der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik der EU) gibt es eine neue Agrarpolitik bzw. Marktordnung.  Es gibt nun Direktzahlungen (Betriebsprämie) statt Marktstützungen (Entkoppelung). So sollen Überschüsse vermieden und der EU-Haushalt entlastet werden. Das bedeutet gleichzeitig dass die Landwirte selbständig entscheiden müssen. was sie produzieren.
Gleichzeitig gehören auch Umweltschutz Tierschutz Lebensmittelsicherheit und die Entwicklung des ländlichen Raumes zu den Zielen der neuen Marktordnung in der erweiterten EU. Seit 1. Januar 2015  müssen alle Landwirte die die Prämie beantragen die sog. Greening-Anforderungen erfüllen. Dazu gehört eine Vielfalt der  Fruchtarten auf den Ackerflächen   die Erhaltung von Dauergrünland  und eine Bewirtschaftung von mindestens  5% der Ackerflächen  mit besonderem Umweltnutzen.  Die Nichteinhaltung der Greening - Bedingungen kann mit Kürzung der Prämie bestraft werden.
Mit diesen neuen Regelungen nähert sich auch die EU der WTO (Welthandelsorganisation) mit ihren Zielen an. Siehe auch GAP.
Synonyme - Marktordnung
Marktwirtschaft
Wirtschaftsordnung bei der Wettbewerb (Konkurrenz) d.h. Angebot und Nachfrage Preis und Menge bestimmen.
Dieses liberale gewissermaßen „natürliche“ Modell hat vor allem im 19. und auch 20. Jh. zu schweren Wirtschaftskrisen geführt. Davon war auch die Landwirtschaft betroffen. So gab es in Deutschland seit 1878 für die Landwirtschaft die ersten Marktregulierungen zu deren Schutz. Später setzten sich ähnliche Eingriffe in allen entwickelten Ländern durch.
In Deutschland wurde am Beginn der Bundesrepublik die soziale Marktwirtschaft entwickelt. Mit regulierenden Maßnahmen sollten  Wohlstand und Schutz für alle Menschen  erreicht werden was auch  weitgehend erreicht wurde. Auch in der EU wurde – zum Schutz von Verbrauchern und Landwirtschaft – der Markt reguliert. Für den Bereich der Landwirtschaft werden jetzt die Eingriffe verringert (Agenda 2000 Agrarpolitik Betriebsprämie GAP Entkoppelung Marktordnung).
Die  wirtschaftlichen Maßnahmen der EU haben meist Marktwirtschaft -  das heißt  möglichst gleiche Chancen für alle Marktteilnehmer - als Ziel. Auch im Prozess der Globalisierung wird  stark auf Marktmechanismen gesetzt.
Manche Vertreter der Marktwirtschaft - vor allem die sog. Neo-Liberalen - wollen möglichst alle wirtschaftlichen Prozesse durch den Markt reguliert haben und kritisieren  die Eingriffe der sozialen Marktwirtschaft (Deregulierung).
Synonyme - Marktwirtschaft
Maschinen (landwirtschaftliche)
In der Landwirtschaft werden - je nach Produktionsrichtung - eine Vielzahl z.T. sehr spezieller Geräte und Maschinen benutzt.
Neben Traktoren mit angekoppelten Geräten/Maschinen werden viele selbstfahrende Maschinen eingesetzt.
Es gibt Pflug Egge Grubber Drillmaschine und Walze Düngerstreuer Pflanzenschutzspritze Mähdrescher Hackmaschine  Dammfräse Kartoffelroder Rüben-Vollernter Mähgeräte Wender Schwader Presse und Ladewagen für die Bodenproduktion. In der tierischen Produktion sind die Ställe in der Regel zur Fütterung  Futterbereitung Melken von Kühen ... mit vielen Maschinen und Geräten ausgestattet.
Die Vielzahl der insgesamt erforderlichen Maschinen veranlasst immer mehr Landwirte Teilarbeiten an Lohnunternehmer zu vergeben oder sich einem Maschinenring anzuschließen bei dem mehrere Landwirte ein Gerät gemeinsam nutzen. Hier ist allerdings eine sehr gute Koordination und Kooperation notwendig da bei Arbeitsspitzen (z.B. Erntezeit Saatzeit)  alle Landwirte gleichzeitig die Maschinen nutzen wollen.
Synonyme - Maschinen (landwirtschaftliche)
Maschinenring
Freiwillige Zusammenschlüsse von Landwirten um teure Maschinen bzw. Spezialmaschinen überbetrieblich und damit rationell einzusetzen.
Die Maschinen werden gegen Bezahlung über eine Geschäftsstelle vermittelt. Maschinenringe sind sinnvoll weil landwirtschaftliche Maschinen in einzelnen Betrieben oft nicht genügend ausgelastet sind.
Betriebseigene Investitionen in Maschinen binden Kapital. Durch Maschinenringe wird die unnötige Bindung von Kapital verhindert.
Synonyme - Maschinenring
Maßeinheiten
In der Landwirtschaft werden in Deutschland und den meisten anderen Ländern metrische (vom Meter abgeleitete) Maßeinheiten verwendet:
- Längenmaße: Meter (m) mit 10 Dezimetern (dm) 100 Zentimetern (cm) 1.000 Millimetern (mm). 1.000 m = 1 Kilometer (km).
- Flächenmaße: Quadratmeter (m²) mit 100 Quadratdezimetern (dm²) 10.000 Quadratzentimetern (cm²) und 1.000.000 Quadratmillimetern (mm²). Ar (a) = 100 Quadratmeter (m²) Hektar (ha) = 10.000 Quadratmeter (m²) oder 100 a und Quadratkilometer (km²) = 1.000.000 Quadratmeter (m²) oder 100 ha.
In der Landwirtschaft vor allem verwendete Flächenmaße: Hektar (ha) = 100 m x 100 m mit 100 Ar (a) oder 10.000 Quadratmetern (m²) und Quadratkilometer (km²) mit 100 ha.
- Gewichte (Ableitung vom Gewicht eines Kubikzentimeters Wasser = 1 Gramm): Gramm (g) Kilogramm (kg) = 1.000 g Dezitonne (dt) = 100 Kilogramm oder eine Zehntel Tonne) Tonne = 1.000 kg.
In der Landwirtschaft vor allem verwendete Gewichte: 1 Kilogramm (kg) mit 1.000 Gramm (g) 1.000.000 Milligramm und 1.000.000.000 Mikrogramm. 1 Dezitonne (dt) = 100 kg 1 Tonne (t) = 1.000 kg.
Synonyme - Maßeinheit
Massentierhaltung
Schlagwort und ungenauer Begriff der häufig mit der Vorstellung assoziiert wird dass viele Tiere auf wenig Raum unter schlechten Bedingungen gehalten werden.
Der Begriff stammt aus dem Jahr 1975 und wurde durch die 'Massentierhaltungs-Verordnung Schwein’ geprägt. Diese Verordnung regelte besondere hygienische Anforderungen für Betriebe die eine bestimmte Anzahl Schweine hielt. Seit 1990 wird der Begriff formell nicht mehr angewendet. Allerdings hat er sich im Sprachgebrauch eingeprägt.
Interessant ist dass dieser Begriff in Verbindung mit der Tierseuchenvorsorge geprägt worden ist jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch mit Aspekten des Tierschutzes in Verbindung gebracht wird.
Die Anzahl von Tieren in einem Stallkomplex sagt nichts über das Wohlbefinden der Tiere aus. 100 oder auch mehr Kühe in einem modernen hellen und gut gelüfteten Liegeboxenlaufstall gehalten fühlen sich wohler als 10 Kühe in einem alten dunklen Anbindestall. Ebenso bei Schweinen: ein heller gut klimatisierter Kammstall mit mehr als 1.000 Mastplätzen in denen Gruppen von 10-45 Schweine sich eine geräumige Box teilen bietet den Tieren bessere Bedingungen als ein alter Stall mit einem Schweinekoben der wenigen Tieren bei Dämmerlicht schlechtem Stallklima und viel Schmutz als Aufenthalt diente.
Synonyme - Massentierhaltung
Mast
Das Füttern und Aufziehen von Nutztieren die zur Schlachtung vorgesehen sind.
In der Mast bekommen die Tiere in der Regel Grundfutter (Heu Silage Getreide Mais) Eiweißfutter (Sojaschrot Rapsschrot Leguminosen) und Mineralstoffe oft in Fertigfuttermischungen. Dadurch soll nicht nur ein zügiges Wachstum mit Fleischansatz erfolgen sondern auch Mangelkrankheiten vorgebeugt werden. Durch Zucht und gezielte Fütterung konnten die Mastzeiten verkürzt werden. In der ökologischen Landwirtschaft dauert die Mast oft länger und das Fleisch muss deshalb teurer verkauft werden.
Synonyme - Mast
Mastbulle
Männliches Rind das ausschließlich zur Erzeugung von Fleisch aufgezogen wird. Er soll in kurzer Zeit möglich viel Fleisch ansetzen. Gegensatz: Zuchtbulle mit besonders guten Eigenschaften - vor allem Milchleistung der Nachkommen. Zuchtbullen werden meist in besonderen Stationen gehalten. Ihr Sperma wird auf Kühe übertragen. Vgl. auch Bulle und Rind.
Synonyme - Mastbulle
Masthähnchen
Masthähnchen - Hähne und Hühner besonders gezüchteter Rassen - werden für die Geflügelfleischerzeugung aufgezogen. Zwei Mastzeiten sind zu unterscheiden. Zum einen die Kurzmast von  ca. 33 Tagen und zum anderen die Schwermast von  ca. 40 Tagen. Die Tiere der Kurzmast die sogenannten 'Griller' erreichen ein Gewicht von ca. 1500g die Tiere der Schwermast ein Gewicht von ca. 2000g.
Die Tiere werden meist in Bodenhaltung gemästet. Eine EU-Richtlinie von 2007 legt fest dass bis zu 26 Tiere pro Quzadratmeter gehalten werden dürfen.
Um 1 kg Fleisch zu erreichen müssen die 'Hähnchen' etwa 1 6 kg Futter fressen.
In der ökologischen Landwirtschaft gibt es längere Mastzeiten ökologisches Futter und meist auch Freilandhaltung. Die Preise für so aufgezogene Tiere ist deshalb auch höher. 
Vgl. auch Huhn.
Synonyme - Masthähnchen

Kontakt aufnehmen

  • i.m.a - information.medien.agrar e.V.
  • Wilhelmsaue 37, 10713 Berlin
  • Telefon: 030 8105602-0
  • Fax: 030 8105602-215