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Ziege

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Begriff Definition
Ziege
Paarhufer der vor über 10.000 Jahren im vorderen Orient domestiziert wurde. Ziegen sind Hörner tragende Wiederkäuer und kommen mit geringwertigem Futter aus. Sie werden hauptsächlich zur Fleisch- und Milchproduktion gehalten. Die Haut wird zu Ziegenleder gegerbt. Die Hörner der Männchen (Böcke) sind meist länger als die der Weibchen (Geißen).  Die Ziegenhaltung ist in Deutschland eher eine Randerscheinung und nur auf wenige Spezialbetriebe konzentriert. Die Milch der Geißen wird zur Herstellung von Ziegenkäse besonders geschätzt. Die Milchleistung kann bis 1.000 kg im Jahr erreichen. Die deutsche Landwirtschaft hat an der EU-Produktion von Ziegen- und Schaffleisch einen Anteil von 4 %.
Vorfahren
Urahn der Tiere ist die Bezoarziege. Ziegen stellen zusammen mit den Schafen die erste vom Menschen wirtschaftlich genutzte Tierart dar. Ziegen sind schon seit  Jahrhunderten in Mitteleuropa bekannt. Die eigentliche Ziegenzucht begann aber erst Ende des vorletzten Jahrhunderts. Weltweit werden rund 600 Millionen Ziegen gehalten. Ziegen werden besonders in Bergregionen als genügsame Tiere geschätzt.
Ziegen-Rassen
Von rund 200 Ziegenrassen weltweit befinden sich in Deutschland lediglich vier. Die in Deutschland gezüchteten Ziegen waren weiße Ziegen wie z.B. die weiße Edelziege oder bunte Ziegen wie beispielsweise die Rhönziege. Um 1927 wurden die weißen Rassen zur Weißen Deutschen Edelziege und die bunten Rassen zur Bunten Deutschen Edelziege zusammengefasst.
Biologie
Die Ziegen gehören zur Ordnung der Paarhufer und sind Wiederkäuer mit einem breiten und kräftigen Körper. Die weiblichen Tiere bekommen im Alter von einem Jahr ihr erstes Junges die Tragezeit liegt bei 150 Tagen. In der Regel werden 1 bis 2 Zicklein auch Kitze genannt im Winter bis ins Frühjahr geboren. Ziegen können wie Kamele auf Vorrat trinken. So gelingt es ihnen in Notzeiten dank besonderer Nierenfunktion einige Tage ohne Trinkwasser zu überleben. Das Fell schützt nicht nur vor Kälte sondern auch vor Hitze. Zwischen den Wollspitzen und der Haut kann tatsächlich ein Temperaturunterschied von bis zu 50° C entstehen. Böcke entwickeln einen starken Geruch besonders in der Brunftzeit.
Haltung
Im Sommer werden  Ziegen meist auf der Weide gehalten – wenn dies nicht möglich ist brauchen die Tiere zumindest stundenweise Auslauffläche. Der Ziegenstall muss eingestreut und sehr gut belüftet sein. Ziegen eignen sich besonders gut für die Beweidung von Böschungen oder Wegrändern mit einem hohen Kräuteranteil. Neben frischem Gras sind Heu Haferstroh frisches Gemüse oder Kraftfuttermischungen aus Getreide Melasse und Mineralstoffen gut für die Tiere geeignet.
Seit 2004 gibt es - in Anlehnung an die Kennzeichnung und Registrierung von Rindern - auch eine Pflicht zur Registrierung von Schafen und Ziegen.
Informationsmaterial: 3-Min-Information zur Ziege des i.m.a e.V.
Synonyme: Ziege

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