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Kartoffel

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Begriff Definition
Kartoffel
Das Wort Kartoffel ist aus dem italienischen Wort „tartuffo“ = Trüffel abgeleitet. In Süddeutschland und Österreich werden Kartoffeln auch als Erdäpfel bezeichnet.
Kartoffeln sind Nachtschattengewächse und gehören zu den Hackfrüchten. Die heutigen Sorten sind so gezüchtet worden dass sie gegen einige Krankheiten resistent sind. Dennoch bedrohen auch heute noch bestimmte Pilzkrankheiten wie Kraut- und Knollenfäule die Bestände. Oft hilft nur eine Behandlung mit Fungiziden.
Die Kartoffelanbaufläche ist in Deutschland beträgt 245.000 Hektar (2014).  Die Erntemenge lag bei 11 5 Mio. Tonnen.  
Es wird zwischen Speise- und Wirtschaftssorten unterschieden Letztere für die industrielle Verwertung (Stärke- und Alkoholherstellung). Der Selbstversorgungsgrad betrug 2013 112%.
Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2012/13  bei 58 7 Kilogramm davon werden etwa die Hälfte als veredelte Produkte (z.B. Kartoffelchips Pommes frites) verzehrt. Die Einkellerung von Kartoffeln ist zu einer Seltenheit geworden weil den meisten Haushalten ein entsprechender durchgehend kühler Lagerraum fehlt.
Das Bild zeigt eine Kartoffelpflanze mit den eßbaren Knollen die unter der Erde wachsen.
Geschichte der Kartoffel
Die Kartoffel ist eine Nutzpflanze die ihren Ursprung in Peru und Ecuador hat. Nach der Entdeckung Amerikas kam die Kartoffelpflanze zunächst als Zierpflanze nach Europa. Erst Mitte des 18. Jh. wurde sie - zum Teil  unter Zwang - als Kulturpflanze eingeführt. Sie entwickelte sich in Deutschland sehr schnell zu einem Grundnahrungsmittel und damit zu einer der wichtigsten Nutzpflanzen.
Nutzung
Pro Flächeneinheit bildet die Kartoffel im Vergleich zu Getreide rund doppelt so viel an Eiweiß und Kohlenhydraten aus. Ein Großteil der Kartoffelernte gelangt inzwischen als Chips Pommes frites Püree oder Tiefkühlkost in den Handel. Die Kartoffelstärke wird zu Glukose Puddingpulver und Verdickungsmitteln für die menschliche Ernährung verarbeitet. In der Industrie dient Kartoffelstärke zur Papier- und Klebstoffherstellung. Kartoffeln werden auch zu Alkohol verarbeitet. Auch als Grundfutter werden Kartoffeln eingesetzt.
Anbau
Die Kartoffel wächst auf nahezu allen Standorten bevorzugt jedoch lockeren Untergrund ohne Staunässe. Ab Temperaturen von 8 °C können die Knollen ins Freie gesetzt werden was im April oft aber auch erst nach den Eisheiligen im Mai möglich ist. In einigen Regionen werden die Kartoffeln von Flies oder Folie geschützt deutlich früher gesetzt. Aus den ruhenden Knospen (Augen) der Pflanzkartoffel bilden sich Seitentriebe (Stolone) an deren Enden sich die Knollen ausbilden.
Der Anbau in Dämmen ermöglicht eine bessere Wasser- und Nährstoffversorgung. Die Unkrautbekämpfung erfolgt mechanisch durch das wiederholte Anhäufeln der Dämme (vgl. Hackfrucht). Pilze und tierische Schädlinge (Kartoffelkäfer) werden durch chemische Mittel bekämpft. Die Ernte erfolgt im August oder September bei Frühkartoffeln oft schon im Juni oder Juli. Zur Ernte die mit Kartoffelrodern erfolgt sind die oberirdischen Teile bereits abgestorben. Geerntet werden lediglich die unterirdischen Knollen da alle grünen Bestandteile der Pflanze giftig sind.
Die Anbauschwerpunkte in Deutschland liegen in Niedersachsen Bayern und Nordrhein-Westfalen.
Im März 2010 wurde in der EU die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte  Amflora zum kommerziellen Anbau zugelassen. Sie wurde nicht zum Verzehr sondern zu technischen Zwecken entwickelt. Diese Entscheidung war umstritten. Ein Verbot des Anbaus hat zunächst Österreich ausgesprochen Ende 2013 auch Deutschland . Ein Anbau findet in den Ländern Schweden und Tschechien statt. In Deutschland wurden zunächst 15 ha angebaut später nur noch 2 ha. Siehe auch Gentechnik.
Das obere Bild zeigt ein noch grünes Kartoffelfeld. Das untere Bild eine Erntemaschine. Eine Schar hebt die Pflanze aus dem Boden. Durch Rütteln werden Kraut und Erde von den Kartoffeln abgeschüttelt. Danach laufen sie - wie zu sehen - über ein Band wo von Hand Steine und die Setzkartoffeln entfernt werden.
Informationsmaterial
Synonyme: Kartoffel

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