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Boden

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Begriff Definition
Boden
Oberste Schicht der Erdkruste die als Standort und Nahrungsquelle für Pflanzen dient und die Voraussetzung für alles höhere Leben auf der Erde ist.
Entstehung
Boden entsteht durch Verwitterung und die Arbeit von Lebewesen. Am Anfang der Bodenentstehung (Pedogenese) steht die Verwitterung des Ausgangsgesteins oder die Anlagerung von Sedimenten durch Wasser oder Wind. In der Folge wird ein solcher Rohboden über die Bedingungen des Standort vor allem Klima und Wasser sowie über die Aktivitäten des Bodenlebens bzw. auch der Landwirte weiter entwickelt. Es bilden sich unterschiedliche Bodenarten und Bodentypen aus und schließen damit Mineralstoffe für Pflanzen auf. Stoffe die von Tieren und Kleinlebewesen gefressen und zum Teil wieder ausgeschieden werden tragen in Verbindung mit Luft und Wasser zur Bodenfruchtbarkeit bei.
Der Boden ist nicht nur Halt für die Wurzeln der Pflanzen sondern verbunden mit Wasser das Reservoir für Nährstoffe.

Bodenleben
Im Boden gibt es Milliarden von kleineren oder größeren Lebewesen wie Bakterien Würmern Pilzen Hefen Algen. Sie zersetzen oder fressen Blätter Pflanzenreste Exkremente und tote Tiere. So werden die organischen Stoffe wieder in Wasser und viele Arten von Stoffen zurückverwandelt. Es entstehen auf diese Weise immer wieder die Nährstoffe die zum Pflanzenwachstum notwendig sind.
Die Nahrungsketten greifen bei einem gesunden Boden reibungslos ineinander. Regenwürmer Tausendfüßler Insektenlarven fressen z.B. Pflanzenreste zerkleinern sie und bieten weiteren Tieren oder Pilzen Möglichkeiten zu überleben. Bestimmte Lebewesen haben sich auf den nährstoffreichen Kot anderer Lebewesen spezialisiert und bauen ihn weiter ab. Besonders wichtig sind Bakterien die wiederum die Nahrung von Einzellern darstellen die wieder Opfer von größeren Räubern wie z.B. Spinnen werden. Diese Aktivitäten sind nur durch die Sonnenenergie möglich.
Außerdem ist der Boden sowohl Lebensraum als auch Versteck und Nahrung von Ameisen Wühlmäusen Insektenlarven Käfern. Besonders wichtig sind die Regenwürmer weil sie den Boden auflockern und damit durchlüften. Ohne Belüftung würde die Biomasse im Boden verfaulen.

Bodenarten
Man unterscheidet mehrere Arten von Böden nach dem Mischungsverhältnis aus verschiedenen mineralischen Bestandteilen unterschiedlicher Größe
  • Sandböden die nur bei intensiver Pflege und nach Düngung landwirtschaftlich genutzt werden können z.B. zum Anbau von Roggen Kartoffeln oder Spargel.
  • Tonböden die gut Wasser und Nährstoffe speichern jedoch bei hoher Feuchtigkeit schlecht zu bearbeiten sind; bevorzugter Standort für Weizen Hafer und Raps.
  • Lehmböden die sowohl Sand und Ton enthalten und praktisch für alle Kulturpflanzen geeignet sind.
  • Humusböden die einen sehr hohen Humusanteil (Humus) haben.
  • Lössböden aus feinen nährstoffreichen Ablagerungen die besonders fruchtbar und beispielsweise für Zuckerrübenanbau geeignet sind.
  • Kalkböden die sehr fruchtbar sind aber nur schlecht Wasser speichern können.
Die Bodeneigenschaften  sind entscheidend dafür für welche Pflanzen ein Boden als  Standort geeignet ist. Sie umfassen beispielsweise die Korngrößenverteilung (Sand- Schluff- und Tonanteile) Luft- und Wasserleitfähigkeit den Säuregrad (pH-Wert) Nährstoffgehalte und -speichervermögen Lagerungsdichte Humus usw.
Pflanzen wachsen besonders gut wenn die Erde
  • locker-krümelig
  • humus- wie säurehaltig
  • feucht
  • nährstoffreich und
  • ausreichend durchlüftet ist.
Bodengare ist der Idealzustand des Bodens wenn er  krümelig gut durchlüftet aber auch ausreichend feucht nährstoffreich leicht durchwurzelbar ist und den jeweils für die Pflanze optimalen pH-Wert besitzt.

Bodenfruchtbarkeit
Die natürliche Bodenfruchtbarkeit ist durch Pflanzennährstoffe im Boden gegeben. Sie reicht für einen natürlichen Bewuchs aus weil die absterbenden Pflanzenteile dem Boden die Nährstoffe aus denen sie entstanden sind   wieder zurückgeben. Wird Boden landwirtschaftlich genutzt müssen die mit der Ernte entzogenen Nährstoffe durch Düngung zurückgegeben werden.

Bodenbearbeitung sind alle Maßnahmen des Landwirts die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu erhöhen. Bei der Bodenbearbeitung werden die Bodenschichten gewendet gelockert und zerkrümelt. Eine gezielte Gründüngung sorgt für eine zusätzliche Durchlüftung des Bodens.
Bei Bodenuntersuchungen z.B. durch die Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA) ausgewertet wird ermittelt welchen pflanzenverwertbaren Nährstoffgehalt ein Boden hat.
Bodenuntersuchungen sind heute ein unverzichtbares Mittel für eine umweltverträgliche nachhaltige Pflanzenproduktion.
Untersucht werden u.a. der Gehalt
Nach den Bodenuntersuchungen kann dann in Verbindung mit dem Anbauplan ein Konzept für eine wirtschaftliche und umweltschonende Düngung erstellt werden.

Bodenschutz
Bodenschutz hat das Ziel   den Boden als natürliche Lebens- und Produktionsgrundlage mit allen seinen Funktionen dauerhaft zu erhalten. Dieses Ziel verfolgt u.a. auch das 1998 verabschiedete Bodenschutzgesetz (BBodSchG).
Probleme entstehen durch Bodenerosion (Abtragung durch Wind oder Wasser) Ausdehnung von wüstenähnlichen Regionen und durch eine zu starke Bodennutzung. Die heimische Landwirtschaft treibt aktiven Bodenschutz u.a. durch eine dauerhafte Bepflanzung bzw. Gründüngung Parallel-Pflügen zu den Hängen und Pflege von Hecken (Feldgehölze).
Bei der modernen Bodenbearbeitung die auch Kleinlebewesen im Boden fördert werden Maschinen wie Pflug Egge und Walze eingesetzt häufig auch in Kombination mit Sämaschinen. Eine fehlerhafte Bodenbearbeitung kann zur Bodenverdichtung und damit zu dauernden Ertragseinbußen führen.
Als Bodenverdichtung wird die Verringerung des Bodenvolumens bezeichnet   vor allem durch Verringerung der Wasser- und Luftmenge. Bodenverdichtungen entstehen  u.a. durch Bearbeitungsfehler vor allem aber den Bodendruck von  Maschinen und Nässe. Die Durchlässingkeit für Wasser und Wurzeln wird geringer   das Bodenleben  beeinträchtigt.

Bodenpreise
Neben Arbeit Kapital und Betriebskosten ist der Boden ein wesentlicher Kostenfaktor der Landwirtschaft. Sein Preis ist stark steigend.  Bei Eigentum muss die Bodenrente berücksichtigt werden. Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind stark steigend. Sie lagen  2013 im Schnitt bei 16.381 € je ha bei großen regionalen Unterschieden - im Westen über 25.000 € im Osten  etwas über  1.000 €.
Etwas unter 60 % der Flächen sind gepachtet - in Ostdeutschland etwas mehr. Die Pachtpreise für Ackerland sind dabei etwas höher als für Grünland. Sie liegen im Durchschnitt bei 255 € pro ha im Jahr.

Siehe auch Überblick.
Synonyme: Boden

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