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AgriLexikon

Lexikon für Begriffe aus der Landwirtschaft
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Begriff Definition
Strukturpolitik
Politische Maßnahmen zur Verbesserung von  Produktion Versorgung Wohn- und Arbeitsbedingungen
Zu den Instrumenten der Strukturpolitik in der Land- und Forstwirtschaft und im ländlichen Raum gehören u.a.
  • die Dorferneuerung
  • Flurbereinigung
  • die Aussiedlung
  • die Landabgaberente
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Marktstruktur
  • Maßnahmen zum Küstenschutz
  • die Preispolitik
  • die Sozialpolitik.
Mit der EU-Strukturpolitik sollen die Regionen mit Entwicklungsrückstand ländliche Problemgebiete und die Qualifikation der dort lebenden Menschen gefördert werden. Vor allem aber soll nachhaltig der Erhalt der Fruchtbarkeit des Bodens und der Gesundheit des Tierbestandes gefördert werden. Siehe auch Überblick.
Synonyme - Strukturpolitik
Stroh
Ausgedroschene und getrocknete Getreidehalme die nach der Ernte übrigbleiben.
Stroh wird u.a. als Einstreu in der Viehhaltung und als Bau- und Energierohstoff verwertet. Betriebe die keine Viehhaltung betreiben häckseln das Stroh bei der Getreideernte und lassen es auf dem Acker zurück um die Humusbildung im Boden zu fördern.
Trinkhalme aus Stroh (= Strohhalme) gibt es heute nur noch selten
Das erste Bild zeigt eine Strohpresse das zweite das Verladen von Stohballen. Oft wird Stroh - wie das dritte Bild zeigt - in Rollenform gelagert.
Synonyme - Stroh
Striegel
Geräte die vor allem zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Sie ziehen die Unkräuter entweder aus dem Boden oder bedecken sie mit Boden und bringen sie auf diese Weise zum Absterben. Dieses Verfahren wird z.T. im Getreideanbau eingesetzt funktioniert aber - insbesondere bei feuchten Bodenverhältnissen bei denen die Unkräuter sofort wieder anwachsen - nicht sehr sicher.
Synonyme - Striegel
Stress
Belastungszustand eines Organismus.
So werden bei unter Stress stehendenden Tieren  bestimmte Hormonsysteme aktiviert um die Belastung besser zu überstehen.  -  Beim 'Angriff- und Fluchtsystem' ('flight and fight') wird eine schnelle Anpassung an plötzliche Störungen wie das Auftreten eines Raubfeindes ausgelöst.  Vor allem wird vermehrt Adrenalin ausgeschüttet. 
Es gibt auch ein  'allgemeines Anpassungssystem' für eine langfristigere Anpassung an stressauslösende Faktoren wie Temperaturschwankungen oder körperliche Belastungen.
Synonyme - Stress
Stoppelsaat Synonyme - Stoppelsaat
Stoppelbearbeitung
Oberflächennahes Auflockern der Bodenoberfläche nach der Getreideernte. Die Stoppelbearbeitung soll Unkräuter und heruntergefallene Getreidekörner zur Keimung anregen und den Luft- und Wasserhaushalt des Bodens verbessern. Die aufgelaufenen (gekeimten) Pflanzen können dann beim Pflügen in den Boden eingearbeitet werden damit  für die Nachfrucht ein sauberes Saatbett zur Verfügung steht.
Siehe auch Gründüngung Zwischenfrucht
Synonyme - Stoppelbearbeitung
Stickstoffdünger
Stickstoff ist ein unverzichtbarer Pflanzennährstoff weil ohne Stickstoff  Pflanzen kein Eiweiß (Protein) bilden können. Stickstoff kann den Pflanzen als Handelsdünger oder Wirtschaftsdünger zugeführt werden. Stickstoffverbindungen sind gut wasserlöslich. So kann Stickstoff von Feldern ins Grundwasser oder in Oberflächengewässer gespült werden und so in das Trinkwasser gelangen.
Siehe auch Stickstoffbedarf.
Synonyme - Stickstoffdünger
Stickstoffbedarf
Im Pflanzenbau die Menge an N (Stickstoff) die ein Kulturpflanzenbestand benötigt um sich optimal zu entwickeln und den genetisch möglichen Ertrag zu erreichen. Um eine Überdüngung zu vermeiden müssen Faktoren wie z.B. Freisetzung von Stickstoff im Boden Immissionen und Schädlingsbefall berücksichtigt werden.
Synonyme - Stickstoffbedarf
Stickstoff
Chemisches Element (N).
Stickstoff ist ein wichtiger Bestandteil von Eiweiß (Protein) und daher für alle Lebewesen von Bedeutung.
Stickstoff ist ein Hauptbestandteil der Luft kann jedoch in dieser Form von den Pflanzen nicht aufgenommen werden. Nur die Leguminosen haben an ihren Wurzeln Knöllchenbakterien die Luftstickstoff binden und in eine lösliche Stickstoffverbindung überführen. Stickstoff war daher früher bei der Pflanzenproduktion immer ein Mangelelement.
1916 gelang es jedoch durch das Haber-Bosch-Verfahren den Luftstickstoff zu binden und so auch bei der Düngemittelherstellung einzusetzen.
Vgl. auch Stickstoffbedarf.
Synonyme - Stickstoff
Stickstoff
Chemisches Element (N). Stickstoff ist ein wichtiger Bestandteil von Eiweiß (Protein) und daher für alle Lebewesen von Bedeutung. Stickstoff ist ein Hauptbestandteil der Luft kann jedoch in dieser Form von den Pflanzen nicht aufgenommen werden. Nur die Leguminosen haben an ihren Wurzeln Knöllchenbakterien die Luftstickstoff binden und in eine lösliche Stickstoffverbindung überführen. Stickstoff war früher bei der Pflanzenproduktion immer ein Mangelelement. 1916 gelang es jedoch durch das Haber-Bosch-Verfahren den Luftstickstoff zu binden und so auch bei der Düngemittelherstellung einzusetzen. Vgl. auch Stickstoffbedarf.
Synonyme - Stickstoff
Staunässe
Wasserundurchlässige Schichten im Boden stauen das Wasser bereits in geringer Bodentiefe. Dadurch wird der Luftaustausch vermindert und das Wurzelwachstum beeinträchtigt.
Synonyme - Staunässe
Standort
Zu Standorteigenschaften gehören u.a. Güte Nährstoffgehalt und Wasserspeichervermögen des Bodens aber auch die dort herrschenden Klima- und Witterungsbedingungen. Weiter ist die Nähe zu Landhandel Verbrauchern oder zur verarbeitenden Industrie wichtig. Welche Kulturpflanzen und welche Sorte davon angebaut werden können hängt stark vom Standort ab.
Synonyme - Standort
Standarddeckungsbeitrag
bzw.Deckungsbeirtrag.
Begriff aus der Kostenrechnung. Er gibt an welchen Anteil jedes einzelne Produkt am Betriebsergebnis geleistet hat (pro Jahr für den Gesamtbetrieb  pro Viehhaltung pro Anbaufrucht oder pro Hektar) wobei zuvor die variablen Kosten wie die Aufwendungen für Betriebsmittel (Futter Saatgut Düngemittel Pflanzenschutzmittel usw.) abgezogen werden.
Synonyme - Deckungsbeitrag
Stallmist
Organischer Wirtschaftsdünger aus dem Gemisch von Kot Harn und Einstreu der bei der Viehhaltung anfällt.
Synonyme - Stallmist
Stall
Ställe sind Bauten zur Unterbringung von Nutztieren. Früher waren fast alle Tiere zusammen in einem Stall. Diese Ställe waren oft in das Wohnhaus der Bauern integriert. Sie waren meist eng und dunkel. Rinder und Pferde wurden in der Regel angebunden (siehe auch Anbindehaltung).
Heute gibt es fast überall in Deutschland spezielle Ställe für
In modernen Ställen
  • gibt es Tränken so dass die Tiere ständig frisches Wasser zur Verfügung haben
  • findet man in vielen - z.T. automatische - Fütterungsanlagen (siehe auch Abruffütterung)
  • gibt es für die Entsorgung des festen Mistes unterschiedliche Systeme wie mechanische Mistschieber Laufbänder oder Spaltenböden. Zum Teil wird er auch mit Karren oder Traktoren auf den Misthaufen gebracht (siehe auch Tieflaufstall). Der mit Dung vermischte Harn (Jauche) kommt in eine Jauchegrube.  Flüssigmist wird in einem Sammelbehälter gelagert der für mehrere Monate Speicherplatz bietet.
  • gibt es -je nach Tierart und Alter der Tiere - unterschiedliche Temperaturanforderungen. Sie lassen sich durch Heizungstechnik mit vollautomatischer Steuerung gewährleiten
  • gibt es verschiedene Lüftungssysteme. Neben der natürlichen Lüftung haben wir die Schwerkraftlüftung die Zwangsbelüftung mit Ventilatoren und die Unterdrucklüftung. Sie  dienen dazu im Stall für frische Luft zu sorgen Schadgase abzuführen und Sauerstoff in den Stall zu befördern. Außerdem gilt es Staub und Insekten zu bekämpfen.
Die artgerechte Haltung der Tiere ist eine Forderung die in den meisten Ställen heute - so weit möglich - erfüllt wird. Das Tierwohl ist Ziel.
Der Vorwurf der Massentierhaltung  wird heute immer wieder erhoben. Es handelt sich dabei um einen ungenauen Begriff der meist mit der Vorstellung assoziiert wird dass viele Tiere auf wenig Raum unter schlechten Bedingungen gehalten werden.  Die Anzahl von Tieren in einem Stall sagt nichts über das Wohlbefinden der Tiere aus. 100 oder auch mehr Kühe in einem modernen hellen und gut gelüfteten Liegeboxenlaufstall gehalten fühlen sich wohler als 10 Kühe in einem alten dunklen Anbindestall. -  Ein heller gut klimatisierter Stall mit mehr als 1.000 Mastplätzen in denen Gruppen von 15 bis 45 Schweinen sich eine geräumige Box teilen bietet den Tieren bessere Bedingungen als ein alter Stall oder gar Schweinekoben mit wenig Licht schlechtem Stallklima und nur wenigen Tieren. - Vor allem aber können  Fleisch Milch und Eier zu erschwinglichen Preisen für Verbraucher nur produziert werden wenn Größenordnungen erreicht werden bei denen die Landwirte auch Gewinn erzielen können. 
Synonyme - Stall
Spurenelemente
Chemische Elemente die Lebewesen nur in kleinsten Mengen aufnehmen die sie jedoch für Wachstum und Entwicklung benötigen.
So enthält Handelsdünger diese Elemente teils in Kombination mit anderen Pflanzennährstoffen.
Auch dem Mineralfutter in der Tierproduktion werden diese Elemente beigemischt.
Wichtige Spurenelemente sind u.a.
  • Bor (B)
  • Chlor (Cl)
  • Eisen (Fe)
  • Jod (J)
  • Kobalt (Co)
  • Kupfer (Cu)
  • Mangan (Mn)
  • Molybdän (Mo)
  • Silicium (Si)
  • Zink (Zn).
Synonyme - Spurenelement
Spelze
Trockene Schale bzw. das Hüllblatt um die Fortpflanzungsorgane der Blüten von Gräsern. Bei einigen  Getreidearten müssen vor der Weiterverwendung die Spelze durch einen besonderen Arbeitsgang entfernt werden z.B. bei Dinkel. Bei anderen z.B. Weizen werden die Spelze zusammen mit der anderen Spreu schon im Mähdrescher abgeschieden. 
Spelzen und Hülsen werden auch Spreu genannt und dienen auch als Raufutter.
https://de.wikipedia.org/wiki/Raufutter
Synonyme - Spelze
Spätdüngung
Nachträgliche Ergänzungsdüngung der wachsenden Bestände nach der bereits erfolgten Grunddüngung. Mit der Spätdüngung bei Weizen von etwa 30 bis 50 Kilogramm Stickstoff pro Hektar zum Ährenschieben bzw. zur Blüte (vgl. Entwicklungsstadien) wird vorzugsweise eine Verbesserung der Qualität der Körner/Früchte (z.B. Steigerung des Eiweißgehalts und der Backqualität) erreicht.
Synonyme - Spätdüngung
Spaltenböden
Teilbereiche des Bodens in modernen Ställen bestehen abwechselnd aus Balken (Auftrittsfläche) und Spalten (als Durchlass für Kot und Harn) wobei der Kot von den Tieren selbst durch die Spalten durchgetreten wird und in darunter befindliche Auffangvorrichtungen fällt.
Synonyme - Spaltenboden
Soziologie des ländlichen Raumes
Spezialgebiet der Sozialwissenschaften das sich mit Struktur und Veränderungen des ländlichen Raumes beschäftigt.
Der ländliche Raum hat sich in den letzten 200 Jahren grundlegend verändert besonders jedoch in den letzten Jahrzehnten. Deutschland war  bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Agrargesellschaft. Landwirtschaft war der wichtigste Wirtschaftszweig. Bis zu 80 % der Bevölkerung lebten und arbeiteten dort.  1900 waren es nur noch etwas über 38 %. Vor 200 Jahren konnten  10 Landwirte nur etwa zwei weitere Menschen mit Nahrung versorgen 1950 waren es 10. 2013 konnte ein Landwirt 155 Menschen - unter Berücksichtigung eingeführten Futters sogar 155 Menschen  - ernähren.
2012 waren nur noch   667.000   Menschen    also unter 2 % der Erwerbstätigen in der  Landwirtschaft tätig.                 
Die Zahlen der (Selbst)versorgung schwanken von Jahr zu Jahr -vor allem wegen des Wetters. Die Zahl der in der Landwirtschaft Tätigen nimmt weiter ab.
Zu den Untersuchungsbereichen der Soziolögie des ländlichen Raumes gehören z.B.: Vergleich der Betriebsstrukturen in Ost- und Westdeutschland Nachfolgeprobleme bei Familienbetrieben Entwicklung der nebenberuflichen Landwirtschaft Belastungen von Regionen durch bestimmte Formen der Landwirtschaft Landwirtschaft in Problemgebieten wie Gebirge Wirkung von Maßnahmen zur Förderung der Landwirtchaft und der Natur... 
Siehe auch Überblick.
Synonyme - Soziologie des ländlichen Raumes

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