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AgriLexikon

Lexikon für Begriffe aus der Landwirtschaft
Es wurden 853 Einträge gefunden.
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Begriff Definition
Schaf
Wiederkäuender z.T. Hörner tragender Paarhufer der in der Landwirtschaft wegen Wolle Fleisch Leder und Milch gehalten wird.
Das Hausschaf stammt vom Wildschaf ab und ist schon vor über 10.000 Jahren in Kurdistan gehalten worden. In Deutschland ist heute das Fleisch der Schafe mehr gefragt als deren Wolle. Milch hat für die Käseherstellung Bedeutung.  Ausgewachsene Tiere wiegen zwischen 75 und 200 kg. Die Tragzeit beträgt etwa 150 Tage. Meist werden ein bis zwei Lämmer geboren. Schafe können bis zu 20 Jahre alt werden und sind sehr genügsam.
In Deutschland wird im Frühjahr (April bis Juni) die Schur der Schafe durchgeführt. Die geschorenen Tiere sind gegen Kälte sehr empfindlich. Aus diesem Grunde werden Kälteeinbrüche im Juni auch „Schafskälte“ genannt.
Für die Landschaftspflege spielen Schafe eine große Rolle   z.B. die Heidschnucken in der Lüneburger Heide weil sie das Aufwachsen von Bäumen verhindern. Auch die Grasnarbe auf den Deichen wird durch das Beweiden mit Schafen (Deichschafe Deichlämmer) gestärkt. Sie treten den Boden fest und halten den Bewuchs niedrig.
Begriffe
Schaf/Zibbe: Oberbegriff / weibliches Tier meistens das Mutterschaf
Bock/Widder: männliches Tier über ein Jahr alt
Hammel: männliches kastriertes Tier über ein Jahr alt
Lamm: männliches oder weibliches Tier nicht älter als ein Jahr
Jährling: junges noch nicht gedecktes weibliches Schaf
Schafrassen
Früher wurden Schafe vor allem wegen ihrer Wolle bzw. Deckhaare gehalten  die immer noch als qualitative Merkmale gelten.
Man unterscheidet
  • Merino-
  • Langwoll-
  • Kurzwoll-
  • Grobwoll- und
  • Haarschafe.
Bei Schafen gibt es eine extrem große Rassenvielfalt was an der überwiegend extensiven Haltung liegt. Ein Beispiel für die gute Anpassungsfähigkeit der Tiere ist die Heidschnucke  die außergewöhnlich gut auf weichen Moorböden wie in der Lüneburger Heide zurechtkommt.
Haltung
In der Schafhaltung wird zwischen
  • Wanderschäfereien
  • standortgebundener Hütehaltung und
  • der Koppelschafhaltung
unterschieden.
Die Wanderschäferei ist gekennzeichnet durch einen Standortwechsel der Herde. Die standortgebundene Hütehaltung beschreibt einen Schäfereibetrieb mit nahe gelegenen Weiden und Aufstallung im Winter. Die heute gebräuchlichste Haltungsform ist die Koppel- oder Einzelschafhaltung. Diese findet auf umzäunten Weideflächen statt. Die Tiere müssen keine weiten Wege zurücklegen und die ständige Aufsichtspflicht entfällt. Futtergrundlage ist im Sommer die Weide im Winter Heu Gras- oder Maissilage und Kraftfutter.
Seit 2004 gibt es - in Anlehnung an die Kennzeichnung und Registrierung von Rindern - auch eine Pflicht zur Registrierung von Schafen und Ziegen.
Synonyme - Schaf
Schädlingsbekämpfungsmittel Synonyme - Schädlingsbekämpfungsmittel
Schädlinge
Sammelbezeichnung für Organismen die den wirtschaftlichen Erfolg des Menschen schmälern z.B. indem sie Nutzpflanzen zerstören oder Vorräte vernichten.
Schädlingsbefall ist von mehreren Faktoren abhängig.  Besonders Monokulturen fördern die Massenentwicklung einzelner Arten die damit zu Schädlingen werden. Auch durch klimatische Veränderungen oder extreme Hitze oder Trockenheit wird Schädlingsbefall begünstigt.
Schädling ist ein Organismus aus wirtschaftlicher Überlegungen. Es ist kein Begriff der Biologie.
Synonyme - Schädling
Schadgas
Schadgase sind z.B. Ammoniak Schwefelwasserstoff Lachgas oder Methan wenn sie eine bestimmte Konzentration in der Umgebungsluft überschreiten. Sie kommen sowohl in der Natur vor oder entstehen  durch  die Tätigkeit von Menschen.
In der Natur entstehen  Schadgase z.B. durch  Zersetzungsprozesse in den Ausscheidungen der Tiere.
Kühe sind in den letzten Jahren in die Diskussion zur Entstehung von Schadgasen durch Landwirtschaft geraten. Die Menge des ausgestoßenen Methangases hängen von Fütterung und Nutzung ab und lassen sich daher minimieren. Beispiele dazu unter Methan.
Siehe auch Rind
Synonyme - Schadgas
Schaderreger
Als Schaderreger werden im Regelfalle Organismen (z.B. Bakterien Viren Pilze Tiere) bezeichnet die Pflanzen befallen und 'auf deren Kosten' leben. Bei  starkem Befall sind deutliche Ertragseinbußen zu erwarten. Auch ein Absterben der Pflanzen kommt vor. Siehe auch Parasiten.
Synonyme - Schaderreger
Schadensschwelle
Punkt an dem der Ertragsverlust durch Schädlinge höher liegt als die Kosten zu deren Bekämpfung. 
Erst bei Überschreiten der Schadensschwelle ist eine Schädlingsbekämpfung ökonomisch sinnvoll. Ökologisch ist auch zu entschieden was evtl. sinnvoll oder unsinnig ist.
Synonyme - Schadensschwelle
Schadensprognose
Vorhersage zu Schäden durch Unkräuter Insekten Pilze und Viren.
Zur Schadensprognose bei Nutzpflanzen ist es notwendig dass gezählt wird wie viele Unkräuter auf einem Quadratmeter wachsen oder wie viele Insekten sich in welchem Entwicklungsstadium in dem jeweiligen Bestand befinden. Je nach Nutzpflanzensorte Entwicklungsphase oder Witterungslage wird dann entschieden ob der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig ist oder nicht. Für den integrierten Pflanzenbau sind Schadensprognosen unerlässlich. Sie erfordern Sachkenntnis und Erfahrung. Siehe auch Schadensschwelle.
Synonyme - Schadensprognose
Saurer Regen
Regen der aufgrund von Luftverunreinigungen z.B. mit Schwefeldioxid und Stickstoffoxid einen pH-Wert im sauren Bereich hat. Die Auswirkungen des sauren Regens zeigen sich u.a. im sog. Waldsterben.  Der saure Regen wirkt direkt auf die Blätter und Rinde der Bäume und über den Boden auf die Wurzeln ein.
Die Luftverunreinigungen die zu saurem Regen führen stammen vor allem aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe ob durch Kraftwerke Industrie Verbrennungsmotoren Heizungen oder auch offene Feuer 
Seit den 80er Jahren gibt es viele Maßnahmen gegen den sauren Regen die schon zur Verringerung von Schäden an Bäumen und Gewässern geführt haben. Dennoch: Schäden und Gefahren bestehen weiter.
Synonyme - Saurer Regen
Säugezeit Schwein
Ferkel werden meist bis zu 5 Wochen von der Sau gesäugt. Zusätzlich zur Muttermilch wird häufig Aufzuchtfutter gegeben.
Synonyme - Säugezeit Schwein
Säugezeit Kalb
Ein Kalb bekommt bis zum Alter von 8 bis 12 Wochen nach der Geburt Mich - oft mit einem Nuckeleimer. Anschließend wird es auf Wasser Grundfuttermittel und Kraftfutter umgestellt.
Synonyme - Säugezeit Kalb
Sau
Das weibliche Schwein wird ab dem ersten Abferkeln als Sau bezeichnet davor als Jungsau.
Synonyme - Sau
Säschar
Teil(e) einer Sämaschine. Aus einem Vorratsbehälter wird das Saatgut über Leitungen zur Säschare geleitet von der aus es in das Saatbeet den für die Saat vorbereiteten Boden gelangt. Säschare gibt es in unterschiedlichen Formen (siehe auch Aussaat).
Synonyme - Säschar
Sandraum
Siehe Scharrraum.
Synonyme - Sandraum
Sandbaden
ist eine Verhaltensweise - vor allem von Vögeln. Das Huhn bildet zum Beispiel  eine Mulde im Sand oder im Einstreu. Durch Scharren und Wälzen wird das Gefieder eingestäubt. Danach wird der Staub abgeschüttelt.  Dadurch werden Schmutz und Parasiten aus dem Gefieder entfernt.
Aber nicht nur Vögel pflegen diese Verhaltensweise!
Synonyme - Sandbaden
Sämaschine
Maschinen zur Aussaat von Saatgut in vorbestimmter Menge gewähltem Abstand und richtiger Tiefe. Sie werden von Traktoren gezogen. Oft sind sie mit Geräten zur Saatbettbereitung kombiniert. Je nach Saatgut gibt es unterschiedliche Maschinen. Das Bild zeigt eine Drillmaschine weitere Bilder unter Aussaat.
Synonyme - Sämaschine
Salmonellen
Salmonellen sind Bakterien die überall vorkommen. Wenn sie eine bestimmte Konzentration in Wasser oder Nahrung überschreiten  können  sie Erkrankungen hervorrufen. Die Aufnahme geschieht ausschließlich durch den Mund. Salmonellen werden also 'gegessen und geschluckt' man kann sie nicht sehen nicht riechen und nicht schmecken. Sie befallen hauptsächlich den Magen- und Darmtrakt von Mensch und  Tier. Von den heute ca. 2300 bekannten Salmonellenarten sind für den Menschen zwei in Lebensmitteln besonders gefährlich und aggressiver als andere Typen: Salmonella Typhimurium und Salmonella Enteritidis.

Bei Temperaturen zwischen 7 und 40° C vermehren sich Salmonellen sehr schnell. Frühestens 6   spätestens  72 Stunden nach erfolgter Infektion  können sie leichte bis schwere Erkrankungen mit Durchfall Fieber Erbrechen und Bauchschmerzen verursachen. Meistens verschwinden die Symptome nach wenigen Tagen in Einzelfällen kann es aber auch zu schwereren Erkrankungen kommen. Besonders gefährdet sind abwehrgeschwächte Personen Säuglinge Kleinkinder und alte Menschen.   In den meisten Fällen werden die Erreger durch verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser übertragen.  Die Erreger gelangen über den Magen und Darm in die Blutbahn und können sich von dort aus auch in anderen Organen ansiedeln.  Ursache für die Verbreitung der Erreger ist der falsche Umgang mit Lebensmitteln vor allem:
- Herstellungsfehler
- falsche oder zu lange Lagerung
- ungenügende oder fehlende Hygiene
- Übertragung durch infizierte Menschen
- Erhitzungsfehler
- Verpackungs- und Transportfehler.

Salmonellen kommen überall  besonders bei  Geflügel vor.  Durch umfassende Hygienemaßnahmen und Impfung der Junghennen konnte in Deutschland  in den letzten Jahren der Salmonellenbefall bei Geflügel deutlich reduziert werden.
Synonyme - Salmonellen
Sahne
oder Rahm ist ein von der Rohmilch abgeschiedener Teil der Milch mit einem Milchfettgehalt von mindestens 10% - bei Schlagsahne mindestens 30%.
Rahm setzt sich beim Stehen der Milch ab oder wird in der Molkerei durch Schleudern mit einer Zentrifuge abgetrennt. Zurück bleibt entrahmte Milch (Magermilch).
Vollmilch für den Handel hat 3 5% oder 3 8 % Fettanteil und wird - wie auch fettarme Milch -  durch Druck homogenisiert so dass eine enge Vermischung der Sahne mit der übrigen Milch erfolgt (siehe Milch).
Kurzes Schlagen gekühlter Sahne mit Luft ergibt Schlagsahne längeres Schlagen bringt die Fettkügelchen zum Zusammenlagern; es blden sich Butterflocken.
Synonyme - Sahne
Saftfutter
Futtermittel mit relativ hohem Wassergehalt (Gras frische Rüben Silage). Auch bei der Silage handelt es sich um Saftfutter weil sie im Gegensatz zu Heu einen relativ hohen Wassergehalt hat.
Siehe auch Raufutter.
Synonyme - Saftfutter
Säen
siehe Aussaat
Synonyme - Säen
Saatstärke
Ausgebrachte Saatmenge in kg/ha oder auch in Saatkörnern pro m² ausgedrückt.
Synonyme - Saatstärke

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