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AgriLexikon

Lexikon für Begriffe aus der Landwirtschaft
Es wurden 853 Einträge gefunden.
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Begriff Definition
Preis
Tauschwert eines Gutes der im Regelfall in einer Geldwährung ausgedrückt wird.
Der Preis eines Gutes auf dem Markt entsteht – ohne äußere Einflüsse – im Ausgleich von Angebot und Nachfrage. Preise im Bereich der Landwirtschaft entwickeln sich aber meist  nicht im freien Wettbewerb sondern sind von vielen politischen Regelungen abhängig (Europäische Union). Von den Preisen die der Verbraucher im Einzelhandel für Lebensmittel zahlen muss erhalten die landwirtschaftlichen Erzeuger im Durchschnitt nur noch einen Anteil von etwa 25 % für Erzeunisse aus Brotgetreide sogar nur 5 4 % (2013).  
Je höher das Einkommen desto geringer wird der Anteil der für Lebensmittel ausgegeben wird. Im Durchschnitt werden von Privathaushalten in Deutschland nur etwa 10 4 % (2032) der Konsumausgaben für Nahrungsmittel verwendet (GAP EU Agenda 2000).
Synonyme - Preis
Precision Farming
Präzisionsackerbau oder teilflächenspezifische Bewirtschaftung.
Ziel ist landwirtschaftliche Flächen differenziert zu bewirtschaften.  Beispiel: Unterschiede in der Bodenqualität innerhalb eines Schlages feststellen um die Düngung gezielt darauf abzustimmen. Auch eine personenunabhängige Feldbewirtschaftung ist dadurch möglich.
Landmaschinen haben dazu einen Bordcomputer und einen GPS (Global Positioning System) – Empfänger. Durch das GPS kann der Standort der Landmaschinen auf dem Feld exakt bestimmt werden. Bei Überfahrten können durch Sensoren  Strecken und Flächen vermessen Erträge ermittelt und viele andere Daten wie z. B. Grad der Verunkrautung im Bestand gesammelt werden. Software wie GIS (Geoinformationssystem) und spezielle Bildverarbeitungssysteme dienen  zur Informationsauswertung.
Synonyme - Precision Farming
Poren
Poren sind  kleinere oder bisweilen auch größere Löcher Öffnungen oder Höhlen Sie sind einerseits in biologischen Geweben z.B. der Haut zu finden. Andererseits sind sie als mit Luft- oder Wasser gefüllte Hohlräume im Boden  für den Luft- und Wasserhaushalt bzw. -austausch sehr wichtig. Große sogenannte Grobporen entstehen z.B. durch Pflanzenwurzeln. Etwas kleinere  durch Regenwürmer die ihre Röhren im Boden hinterlassen.
Synonyme - Poren
Population
Ansammlung von Lebewesen einer Art auf einer Fläche in einem Gebiet. In der Genetik eine Gruppe von Tieren innerhalb einer Rasse die eine Paarungsgemeinschaft bildet.
Synonyme - Population
Pilze
Gehören zu den am meisten verbreiteten Organismen der Erde. Sie sind überall anzutreffen wo gleichzeitig auch andere Organismen leben. Im allgemeinen bevorzugen Pilze feuchte Standorte jedoch können auch einige in trockener Umgebung leben. Die Größe der Pilze ist sehr unterschiedlichl. Sie reicht von mikroskopisch kleinen Organismen bis hin zu meterhohen Gewächsen. Pilze sind auf der einen Seite sehr nützlich zum Beispiel bei der Nahrungsmittelherstellung (Bier Joghurt u.a.). Andererseits sind einige Pilze aber auch Krankheitserreger die bei Mensch und Tier schwerste Vergiftungen auslösen können. Tieren können sie zum Beispiel als Hautpilz oder durch Toxine Schaden zufügen. Die meisten Pflanzenkrankheiten werden durch Pilze verursacht.
Die Fruchtkörper einiger Pilze sind eßbar. Sie werden als Speisepilze bezeichnet und - meist im Herbst - gesammelt. Sie werden auch zum Teil in  Betrieben - meist Gartenbaubetrieben - gezüchtet. Die Fruchtkörper anderer - oft ähnlich aussehender Pilze - sind ungenießbar oder zum Teil auch sehr giftig.
Synonyme - Pilz
Pillierung
Umhüllen von Saatgut (etwa von Rüben) mit einer Pillierungsmasse aus Gesteinsmehl oder anderem Material dem gleichzeitig Wirkstoffe gegen pilzliche oder tierische Schädlinge beigemischt werden (siehe auch Beizen).  100 Gramm Wirkstoff reichen aus um das Saatgut für einen Hektar zu behandeln. Außerdem erhält man durcch Pillierung  einheitliche Korngrößen was bei der Einzelkornsaat Voraussetzung für eine genaue Ablage des Saatgutes ist.
Synonyme - Pillierung
Phosphor
Chemisches Zeichen: P.  Nichtmetallisches chemisches Element. Es kommt in zwei Formen vor: als selbstentzündlicher und leicht brennbarer im Dunkeln leuchtender hochgiftiger 'weißer Phosphor' und als kaum giftiger nicht selbst entzündlicher 'roter Phosphor' der etwa in Streichhölzern verwendet wird. Phosphor-Calcium-Verbindungen stellen einen der Hauptbestandteile in Zähnen und Knochen des Skeletts dar. Außerdem sind Phosphor-Verbindungen unverzichtbar für den Energiestoffwechsel aller Zellen. In Form von Salzen der Phosphorsäure (Phosphate) gehören Phosphor-Verbindungen zu den Haupt-Pflanzennährstoffen und dürfen auch in der tierischen und menschlichen Nahrung nicht fehlen. An mehreren Stellen der Erde (Nordafrika Nordamerika Halbinsel Kola) haben sich im Laufe von Jahrmillionen große Mengen Phosphate aus Kalk- und phosphorhaltigen Meerestieren abgelagert; diese Rohphosphate werden abgebaut und zu Düngemitteln verarbeitet. Außerdem fallen Phosphate bei der Eisenherstellung aus phosphorhaltigen Erzen an (Thomasphosphat) oder  finden sich im Kot von Meeresvögeln (Guano) (siehe auch Phosphatdünger).
Synonyme - Phosphor
Phosphate
Verbindungen des chemischen Elements Phosphor. Im Boden fördern sie ähnlich wie Kalkdünger die Bodenstruktur was sich positiv auf die Bodenfruchtbarkeit auswirkt. Phosphate werden kaum aus dem Boden ausgewaschen denn sie liegen vornehmlich an Eisen Aluminium oder Calcium gebunden vor. Phosphat wird auch aus organischen phosphorhaltigen Verbindungen (Humus oder Gülle) durch Abbau (Bodenleben Mineralisation) pflanzenverfügbar. Siehe auch Pflanzennährstoffe und Phosphatdünger.
Synonyme - Phosphat
Phosphatdünger
Typischer Handelsdünger hergestellt entweder aus Ablagerungen von Meerestieren aus einem bei der Stahlgewinnung anfallenden Nebenprodukt (Thomasmehl) oder aus Guano (Vogelkot)
Rohphosphate (siehe Phosphor) sind kaum wasserlöslich und müssen deshalb so verarbeitet werden dass sie für Pflanzen als Nährstoff verfügbar sind  (Phosphate). Häufig ist eine Verbindung mit Calcium. Phosphat wird im Boden rasch gebunden und daher in der Regel kaum ins Grundwasser ausgewaschen.
An mehreren Stellen der Erde (Nordafrika Nordamerika Halbinsel Kola) haben sich im Laufe von Jahrmillionen große Mengen Phosphate aus Kalk- und phosphorhaltigen Meerestieren abgelagert; diese Rohphosphate werden abgebaut und zu Düngemitteln verarbeitet. Außerdem fallen Phosphate bei der Eisenherstellung aus phosphorhaltigen Erzen an oder finden sich im Kot von Meeresvögeln.
Synonyme - Phosphatdünger
Pheromone
Botenstoffe die der biochemischen Kommunikation zwischen Tieren gleicher Art dienen. Sie helfen beim Auffinden von Geschlechtspartnern dienen zur Markierung von  Gebieten dienen  zum Auffinden von Nest- und Futterplätzen oder auch  zur Regelung sozialer Beziehungen. Pheromone werden nicht wie  Hormone nach innen abgegeben sondern nach außen. Sie können zum Beispiel Sexuallockstoffe oder Abschreckstoffe sein.
In Pheromonfallen werden sie auch zur biologischen Schädlingsbekämpfung genutzt.
Synonyme - Pheromon
pH-Wert
Maßstab für Säuregrad.
Der pH-Wert zeigt an ob eine Flüssigkeit sauer basisch oder neutral reagiert. Werte unter 7 zeigen Säuren an Werte über 7 Laugen (Basen).
Wasser hat z.B. nach dieser Einteilung den pH-Wert 7 Essig etwa pH 4 Waschlauge dagegen etwa pH 11.
Synonyme - pH-Wert
Pflügen
Mechanisches Wenden Lockern und Mischen des Bodens im Rahmen der Grundbodenbearbeitung (siehe auch Pflug).
Synonyme - Pflügen
Pflug
Gerät zum Aufbrechen Wenden Lockern und Mischen des Bodens.
Der Pflug – seit etwa 3000 v. Chr. nachweisbar – war zunächst ein Hakenpflug aus Holz ehe im 18. Jh. die ersten Eisenpflüge mit Rädern gebaut wurden. Im 19. Jh. gab es erste Versuche Pflüge nicht wie bis dahin durch Tiere ziehen zu lassen sondern mit Dampfmaschinen anzutreiben. Heute werden Traktoren zum Ziehen eingesetzt. Ackerflächen werden meist im Herbst nach der Ernte gepflügt. Zu dieser Zeit ist der Boden in der Regel gut befahrbar. Das Pflügen vor dem Winter erhöht die Wasseraufnahmefähigkeit und fördert bei Frost die Zerkrümelung des Bodens. Zunehmend wird heute auch auf das Pflügen verzichtet und der Boden nur mit einem Grubber aufgelockert.
Die Bilder zeigen Wendepflüge z.T. in Kombination zur Vorbereitung des Saatbettes. Durch Wendepflüge wird erreicht dass die gewendete Erde immer zur gleichen Seite fällt.
Synonyme - Pflug
Pflanzkartoffel
Pflanzkartoffeln sind das Pflanzgut das zum Anbau von Kartoffeln verwendet wird.
Synonyme - Pflanzkartoffel
Pflanzgut
Pflanzenteile wie Knollen Stecklinge oder Zwiebeln die in die Erde gebracht werden und aus denen sich dann die Pflanzen entwickeln. Bekanntestes Beispiel in der Landwirtschaft: die Kartoffel.
Synonyme - Pflanzgut
Pflanzenschutzmittel
Chemische oder biologische Wirkstoffe gegen Insekten Pilze unerwünschte Wildkräuter   Schädlinge und Krankheiten der Pflanzen.
Weltweit gibt es etwa 800 Pflanzenschutzmittelwirkstoffe die oft nur gegen eine bestimmte Gruppe von Schädlingen wirken. In Deutschland dürfen nur solche Pflanzenschutzmittel verwendet werden die auf ihre Wirkungen und vor allem Nebenwirkungen geprüft und bei sachgerechter Anwendung für Mensch Tier und Umwelt unbedenklich sind. Dazu gibt es ein amtliches Zulassungsverfahren beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Braunschweig. Pflanzenschutzmittel müssen in Deutschland in gesonderten Räumen gelagert werden und dürfen nicht mit Dünge- Futter- oder Nahrungsmitteln in Berührung kommen. Der Landwirt muss vor Anwendung von Pflanzenschutzmitteln einen Sachkundenachweis erbringen.
In der ökologischen Landwirtschaft werden zum Pflanzenschutz neben pflanzenbaulichen biologischen mechanischen und physikalischen Maßnahmen nur Mittel aus Naturprodukten eingesetzt die in einer Positivliste (Verzeichnis der einsetzbaren Mittel) aufgeführt sind.
Die Bilder zeigen das Ausbringen flüssiger Pflanzenschutzmittel.
Aufgrund des Gesetzes zur Neuordnung der Ressortforschung vom 24. Oktober 2007 wurde die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) mit zwei Instituten der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) und der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) zusammengeführt.
Dieses große Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen trägt den Namen Julius-Kühn-Institut.
Synonyme - Pflanzenschutzmittel
Pflanzenschutzdienst
Organisation auf Länderebene die mit Hilfe von bestimmten Ämtern und Anstalten Aufgaben wahrnimmt die im Pflanzenschutzgesetz von 2012 festgelegt sind. Dazu gehören  u.a. das Überwachen von Pflanzenbeständen und -vorräten und pflanzlichen Erzeugnissen auf Schadorganismen die Überwachung des Pflanzenversands Aufklärung und Beratung beim Schutz von Pflanzen und Vorräten   Warn- und Meldedienst sowie die Überwachung von Handel und Verkehr.
Synonyme - Pflanzenschutzdienst
Pflanzenschutz
Schutz von Nutzpflanzen gegen Krankheiten Insekten Pilze Fäulnis konkurrierende Wildpflanzen und Wildtiere. Herkömmliche Mittel wurden im Laufe der Jahre durch neue Verfahren und Methoden ergänzt.
Es lassen sich verschiedene Verfahren des Pflanzenschutzes unterscheiden:
Die Bilder zeigen das Ausbringen flüssiger Pflanzenschutzmittel.
Synonyme - Pflanzenschutz
Pflanzennährstoffe
werden zusammen mit Wasser über die Wurzeln aufgenommen in den Blättern zusammen mit Kohlendioxid und Wasser zu den verschiedenen Substanzen die eine Pflanze enthält chemisch umgewandelt (Fotosynthese).
So entstehen Fette und Proteine Zucker und Stärke Farb- und Aromastoffe.
Die durch Landbewirtschaftung dem Boden entzogenen Nährstoffe müssen  durch gezielte Düngemaßnahmen ersetzt/ergänzt werden.
Die wichtigsten Stoffe sind:
Daneben werden andere Nährstoffe in kleinen Mengen als Spurenelemente bzw. Mikronährstoffe benötigt zu ihnen gehören unter anderem Chlor (Cl) Eisen (Fe) Mangan (Mn) Zink (Zn) und Kupfer (Cu) (siehe auch Düngemittel hrstoffbedarf).
Synonyme - Pflanzennährstoff
Pflanzenkrankheiten
Sammelbegriff für Schäden die an den Pflanzen z.B. durch Bakterien Viren und Pilze verursacht werden und z.B. durch Wind und Tiere weiter verbreitet werden. Sie können auch durch ungünstige Umweltbedingungen wie Nährstoffmangel entstehen.
Synonyme - Pflanzenkrankheiten

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