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AgriLexikon

Lexikon für Begriffe aus der Landwirtschaft
Es wurden 853 Einträge gefunden.
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Begriff Definition
Ackerzahl
Bewertungsmaßstab für die Qualität eines Ackers  der seit dem 19. Jahrhundert  verwendet wird. Die Ackerzahl  liegt zwischen 7 (sehr schlecht) und 100 (sehr gut) wobei die Ackerzahl 50 etwa die Hälfte des Ertrags erwarten lässt gegenüber einem Standort mit der Ackerzahl 100. Ackerflächen mit einer Acker(wert)zahl unter 20 gelten in Deutschland als landwirtschaftlich kaum noch nutzbar da sie einen zu geringen Ertrag für den Landwirt bringen. Im Gegensatz zur Bodenzahl (die nur die Qualität des Bodens bewertet) berücksichtigt die Ackerzahl zusätzlich die jeweiligen Klima- und Geländeverhältnisse die den Ertrag der Pflanzen stark beeinflussen. Die Magdeburger Börde hat - als Maßstab - die Ackerzahl 100.
Synonyme - Ackerzahl
Ackerrandstreifen
Randstreifen an Äckern der von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln freigehalten wird damit sich dort Kleinlebewesen und Wildpflanzen ausbreiten und überleben können.
Durch Ackerrandstreifen wird nicht nur die Artenvielfalt gefördert es können sich dort auch natürliche Gegenspieler von Schädlingen entwickeln. Die Schädlinge werden so auf biologische Weise verringert.
Siehe auch:
Synonyme - Ackerrandstreifen
Ackerfläche (AF)
Ackerfläche sind alle Flächen die regelmäßig (auch in mehrjährigen Abständen) gepflügt  werden. Auch langfristig stillgelegte Flächen (Stilllegung) gehören dazu. Beinahe 12 Millionen ha Ackerland gab es 2012. Auf etwa 6 5 Mio ha wurde Getreide angebaut. Zu den Definitionen siehe Betriebsfläche. Siehe auch Überblick.
Synonyme - AF
Ackerbohnen
Hülsenfrüchte (Körnerleguminosen) die als Eiweißfutter und zur Bodenverbesserung (Gründüngung) aber auch als Gemüse angebaut werden.
Ackerbohnen binden mithilfe ihrer Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft und bilden so für ihre Nachfrucht einen natürlichen Stickstoffdünger. Sie stellen ein ideales Glied in der Fruchtfolge dar.
Die Ackerbohne hat viele Namen vor allem wird sie auch dicke Bohne genannt. Sie war im Mittelalter eine der wesentlichen  eiweißhaltigen Nahrungsmittel.
Ackerbohnen lassen sich mit dem Mähdrescher ernten. Im Jahr 2013 wurden in Deutschland  16.500 ha Ackerbohnen angebaut. Dies entspricht etwa 0 1 % der Ackerfläche. Im Durchschnitt wurden 2013 36 3 dt/ha geerntet.
Synonyme - Ackerbohnen
Ackerbau
Alle Verfahren und Techniken zur gezielten Produktion von landwirtschaftlichen Kulturpflanzen. Die Feldfrüchte können als Rohstoffe Nahrungs- und Futtermittel genutzt werden (siehe auch Boden Bodenbearbeitung Aussaat   Düngung Pflanzenschutz).
Synonyme - Ackerbau
Absetzen
Als Absetzen bezeichnet man in der Tierzucht bei Säugetieren die Trennung des Nachwuchses vom Muttertier und die damit verbundene Umstellung auf milchlose Fütterung. Die Umstellung von der  Ernährung durch Milch auf das Futter für erwachsene Tiere muss durch eine schrittweise Zufütterung allmählich erfolgen da dafür eine Reihe von Anpassungsvorgängen im Verdauungstrakt notwendig sind.
Synonyme - Absetzen
Absatzwerbung
Die Hauptabsatzförderung landwirtschaftlicher Produkte deutscher Herkunft erfolgte durch die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft GmbH mit Sitz in Bonn (CMA).
Sie wurde 1970 gegründet. Gesellschafter waren 41 Spitzenverbände der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft. Im Gegensatz zur Produktwerbung wo Erzeugnisse eines bestimmten Herstellers beworben werden umfasste die Absatzwerbung und das Marketing der CMA  alle Produkte und Produktbereiche der deutschen Landwirtschaft vom deutschen Schweinefleisch bis zur deutschen Butter unabhängig vom Hersteller.
Am 3. Februar 2009 erklärte das Bundesverfassungsgericht diese Absatzförderung für verfassungswidrig. Daher wurde die CMA liquidiert.
Synonyme - Absatzwerbung
Abruf-Fütterung
Zur Abruf-Fütterung steht den Tieren ein Futterautomat  zur Verfügung der  elektronisch gesteuert wird. Die Tiere tragen ein elektronisches Erkennungsgerät einen Transponder. Über einen zentralen Rechner der die Tiere anhand des Transponders erkennt wird ihnen täglich eine bestimmte Menge Kraftfutter (Ration) zugeteilt. Die Ration kann von den Tieren in beliebig vielen Portionen über den ganzen Tag verteilt abgerufen werden. Jede verzehrte Teilmenge wird durch den Rechner registriert. Mehr als die vorgesehene Tagesration gibt der Computer nicht frei.
Synonyme - Abrufautomat
Abrollnest
In der Volieren- und Bodenhaltung von Legehennen eingesetzt. Die Eier bleiben nicht im Nest liegen bis sie von Hand eingesammelt werden sondern rollen auf dem abgeschrägten Boden durch eine Öffnung in einen Auffangbehälter oder auf ein Sammelband. Sie können dann nicht mehr mit den Hühnern und deren Exkrementen in Berührung kommen oder gefressen werden.
Synonyme - Abrollnest
Abkommen von Lomé
Vertrag zwischen der Europäischen Union (EU) und Entwicklungsländern den sogenannten AKP-Staaten (Afrika Karibik Pazifik).
Das Abkommen garantiert den AKP-Staaten finanzielle Hilfen und vor allem einen Zugang zum europäischen Markt.
Das Abkommen wurde 1974 in der Hauptstadt von Togo Lomé unterzeichnet und 1980 1985 und 1990 jeweils nach neuen Verhandlungen erweitert. Seit 2000 gilt das Cotonou-Abkommen. Es gewährt heute den 79 AKP-Staaten umfangreiche Handelspräferenzen.
Für fast alle Ausfuhren haben die AKP-Staaten zollfreien Zugang zum Markt der EU ohne mengenmäßige Beschränkungen. Die Finanzhilfen der EU können bei Verstößen gegen Demokratie Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit ausgesetzt werden.
Das Lomé-Abkommen ist zurzeit die umfassendste völkerrechtlich verbindliche Vereinbarung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
Das Problem aller Entwicklungsländer: Die Exporterlöse sind in ihrem Gegenwert fallend (Terms of Trade).
Synonyme - Lomé-Abkommen
Abkalben
Geburt eines Kalbes nach ca. 9 Monaten Trächtigkeit der Kuh. Die erste Kalbung findet bei Rindern mit ca. 27 Monaten statt. Es folgen dann ungefähr 1 Kalb pro Jahr. (In ca. 2% der Geburten auch Zwillinge).
Ein Kalb wiegt etwa 35-45 Kilogramm bei der Geburt. Bei einer Geburt mit 'normaler' Lage des Kalbes kommen zuerst die Vorderbeine zum Vorschein dann der Kopf der Rumpf und zum Schluss die Hinterbeine.
Tragende Milchkühe bleiben bis kurz vor der Geburt ihres Kalbes in einem gesonderten Stallabteil. Die meist mit Stroh eingestreute Einzelbox ermöglicht den Tieren alle arttypischen Bewegungen beim Aufstehen und Niederlegen.
Synonyme - Abkalben
Abferkeln
Der Geburtsvorgang bei Schweinen wird als abferkeln oder ferkeln bezeichnet. Eine Sau wirft nach drei Monaten drei Wochen und drei Tagen 10 bis 14 Ferkel je Wurf von denen meist nur 9 aufgezogen werden können (d.h. die ersten 21 Tage überleben). Eine Sau wirft im Durchschnitt 2 2 Mal im Jahr d.h. sie bringt pro Jahr etwa 20 lebende Nachkommen zur Welt.
Das Abferkelabteil ist im Sauenstall der Bereich in dem die Sauen ihre Jungen werfen (abferkeln). Er ist so eingerichtet dass er den Ferkeln wie auch der säugenden Sau gerecht wird.
Jedes Abferkelabteil besteht aus mehreren Abferkelbuchten. Sie sind dreigeteilt in einen Aufenthaltsbereich für das Muttertier mit Ferkelschutzgitter ein beheiztes Ferkelnest und einen weiteren Bereich für die Ferkel. Nach der Geburt bleibt die Sau mit ihren Ferkeln rund vier Wochen im Abferkelabteil.
Synonyme - Abferkeln
Abdrift
Das unerwünschte Verwehen von Spritzflüssigkeit beim Ausbringen von Pflanzenschutz- oder flüssigen Düngemitteln über das Feld hinaus. Die Stärke der Abdrift ist abhängig von der Tröpfchengröße der Spritzlösung und von der Windstärke.
Stickstoff ist ein unverzichtbarer Pflanzennährstoff weil ohne Stickstoff die Pflanze kein Eiweiß (Protein) bilden kann. Stickstoff kann den Pflanzen als Handelsdünger oder Wirtschaftsdünger zugeführt werden. Stickstoffverbindungen sind gut wasserlöslich. So kann Stickstoff von Feldern ins Grundwasser oder in Oberflächengewässer gespült werden und so in das Trinkwasser gelangen. Siehe auch Stickstoffbedarf.
Synonyme - Abdrift

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